Kirkorian verlangt über eine Milliarde Dollar Schadensersatz
Richter lässt Beweismaterial bei Daimler-Chrysler-Fusionsklage zu

Im Prozess des US-Milliardärs Kirk Kerkorian gegen Daimler-Chrysler hat der zuständige Richter bestimmte Teile des Beweismaterials zugelassen.

HB PHILADELPHIA. Dazu gehören unter anderem die handschriftlichen Notizen des ehemaligen Chrysler-Managers Gary Valade, wie Richter Joseph Farnan am Bezirksgericht Wilmington im US-Bundesstaat Delaware bekannt gab. Beide Seiten hatten den Ausschluss von bestimmten Beweisen gefordert, die jeweils von der anderen Partei vorgelegt worden waren. Die endgültige Entscheidung des Gerichts steht bereits seit Februar 2004 an.

Kirkorian verlangt als ehemaliger Großaktionär von Chrysler über eine Milliarde Dollar Schadenersatz und begründet dies damit, dass es sich beim Zusammengehen der damaligen Daimler-Benz AG mit Chrysler nicht um eine Fusion unter Gleichen, sondern um eine feindliche Übernahme gehandelt habe. Kurz vor Ende der Beweisaufnahme Ende 2003 hatte DaimlerChrysler die überraschend aufgetauchten handschriftlichen Notizen von Valade vorgelegt und sich damit in eine prekäre Situation gebracht. Richter Farnham wertete dies als "ernste Angelegenheit" und ließ von einem Gutachter prüfen, ob die Notizen in Täuschungsabsicht zurückgehalten worden waren.

Die Aufzeichnungen handeln von den ersten Gesprächen des Daimler-Vorstandsvorsitzenden Jürgen Schrempp mit dem damaligen Chrysler-CEO Robert Eaton. DaimlerChrysler begrüße die Zulassung dieser Dokumente, weil sie die eigene Position in dem Prozess stützten, sagte ein Sprecher auf Nachfrage von Dow Jones Newswires. Als Beweismaterial zugelassen wird dem Richter zufolge außerdem ein in der "Financial Times" veröffentlichtes Interview sowie ein Artikel im "Barron's" und ein Buch, in dem sich der ehemalige Chrysler-President Thomas Stallkamp über das Zusammengehen der beiden Unternehmen geäußert hat.

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