KKR und Goldman Sachs übernehmen Kion
Finanzinvestor gibt Linde Jobgarantie

Die zwei US-Finanzinvestoren haben den Zuschlag für die stark umworbenen Gabelstaplersparte Kion von Linde nur bekommen, weil sie erhebliche Zugeständnisse an die Arbeitnehmer gemacht haben. Damit zeichnet sich ein neuer Trend ab: Soziale Aspekte werden bei Übernahmen immer wichtiger.

DÜSSELDORF / FRANKFURT / LONDON. Nur dank erheblicher Zugeständnisse an die Arbeitnehmer haben zwei US-Finanzinvestoren den Zuschlag für die stark umworbene Gabelstaplersparte Kion von Linde bekommen. Zusätzlich zum Kaufpreis von vier Mrd. Euro mussten die Private-Equity-Gesellschaften Kohlberg Kravis Roberts (KKR) und Goldman Sachs Partners zusichern, Arbeitsplatzgarantien und Vereinbarungen zur Standortsicherung zu übernehmen. Johannes Huth, Europa-Chef von KKR, sagte: „Unser strategisches Konzept wird auch von den Arbeitnehmervertretern unterstützt.“ Zugleich betonte er, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen geben werde.

Der Linde-Deal zeigt, dass bei den Transaktionen der Finanzinvestoren nicht mehr ausschließlich die Rendite-Optimierung im Vordergrund steht, sondern zunehmend auch soziale Faktoren eine Rolle spielen. „Es reicht nicht mehr aus, nur eine reine Finanzakrobatik zu beherrschen, vielmehr müssen die Finanzinvestoren tragfähige Zukunftskonzepte vorstellen“, sagte Walter Bickel, Partner bei der Unternehmensberatung Droege & Comp., die auch Finanzinvestoren betreut. Heute müsse ein Private-Equity-Haus zeigen, dass es die übernommenen Unternehmen mit Investitionen aktiv begleiten will.

Viel häufiger als früher werden nun Arbeitnehmervertreter in den Verkaufsprozess eingebunden. „Die Finanzinvestoren mussten ihre Strategie nicht nur dem Management von Linde vorstellen, sondern auch den Betriebsräten“, sagte ein Beteiligungsmanager aus dem Verhandlungskreis. Das sei früher eher unüblich gewesen. „Dass die Betriebsräte zumindest eingebunden werden in die Verkaufsprozesse und ein gewichtiges Wörtchen mitreden können, wird sich häufen“, sagte ein am Bietprozess beteiligter Finanzinvestor. Neben dem Preis würden zunehmend die Erfolgsbilanz früherer Investments, die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen sowie die Wachstumschancen der übernommenen Firmen in die Waagschale gelegt.

Insbesondere Linde hat da schlechte Erfahrungen gemacht. Vor gut zwei Jahren hatte das Unternehmen die Kältetechniksparte, die historische Wurzel des Konzerns, an den US-Konzern UTC mit der Marke Carrier verkauft. Kurz danach hatten die Amerikaner das Hauptwerk Köln geschlossen und die Fertigung nach Osteuropa verlagert. Diese schlechten Schlagzeilen wollte der kürzlich zum Manager des Jahres gewählte Linde-Chef Wolfgang Reitzle offensichtlich bei dem Verkauf der Gabelstapler vermeiden. Im Bieterrennen war KKR damit gegenüber den Konkurrenten Permira/Allianz Capital Partners, BC Partners/Apax sowie CVC Capital Partners im Vorteil, weil der Investor auf Erfolge bei Wincor Nixdorf, bei MTU und bei dem Kranhersteller Demag verweisen konnte.

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