Klage erwägt
Beiersdorf-Aktionäre wehren sich gegen Übernahme

Minderheitsaktionäre von Beiersdorf erwägen anscheinend eine Klage gegen die Übernahme durch den Kaffee-Großhändler Tchibo, berichtet die „Financial Times“. Auch aus den USA habe es bereits derartige Ankündigungen gegeben, so Marktbeobachter.

HB LONDON. Tchibo hatte im Oktober zusammen mit einer Investorengruppe ein Aktienspaket der Allianz an Beiersdorf übernommen und seinen Anteil an dem Unternehmen auf knapp 50 % aufgestockt. Minderheitsaktionäre haben ein Übernahmeangebot an alle Aktionäre gefordert und sich mit einer entsprechenden Forderung an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) gewandt.

Nach dem Übernahmegesetz muss außen stehenden Aktionären ein Übernahmeangebot gemacht werden, wenn ein Investor dreißig Prozent oder mehr an einem anderen Unternehmen erwirbt. Da Tchibo allerdings bereits vor In-Kraft-Treten des Gesetzes Anfang 2002 gut dreißig Prozent an Beiersdorf hielt, greift das Gesetz nach Angaben der BaFin nicht, wenn Tchibo isoliert betrachtet wird. Die Wertpapieraufsicht überprüft aber derzeit, ob die Investorengruppe um Tchibo im Sinne des Gesetzes gemeinschaftlich gehandelt hat. Falls dies der Fall sein sollte, müsste ein Angebot an alle außen stehenden Aktionäre gemacht werden.

Die FT zitiert einen Minderheitsaktionär mit den Worten, sollte die BaFin die Übernahme nicht missbilligen, würden sie über rechtliche Schritte nachdenken. Möglich wären auch Schadenersatzforderungen an Beiersdorf-Vorstände.

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