Klage gegen HDW
Babcock gibt sich noch nicht geschlagen

Der Insolvenzverwalter des Babcock-Konzerns ist wie angekündigt im Verfahren gegen seine frühere Tochter HDW in Berufung gegangen. Es geht um viel Geld.

HB DÜSSELDORF. „Wir haben vorige Woche beim Oberlandesgericht Düsseldorf Berufung eingelegt“, sagte ein Babcock-Sprecher am Montag. Zu Wochenbeginn wäre die Einspruchsfrist für das Ende Oktober ergangene erstinstanzliche Urteil des Düsseldorfer Landgerichtes abgelaufen. Zu den Erfolgsaussichten vor der höheren Instanz wolle sich Insolvenzverwalter Helmut Schmitz nicht öffentlich äußern.

Ende Oktober hatte das Gericht die Klage des Insolvenzverwalters gegen die frühere Kieler Werftentochter HDW auf Rückzahlung von gut einer halben Milliarde Euro als unbegründet zurückgewiesen. Es habe bei der Übernahme der früheren Babcock-Beteiligung HDW durch einen US-Finanzinvestor keine Verstöße gegen das Aktienrecht gegeben. Weder sei eine unzulässige Finanzierungshilfe, noch ein verbotener Zugriff auf das Gesellschaftsvermögen festgestellt worden.

Damit hatten sich die Hoffnung der Gläubiger des Oberhausener Anlagen- und Maschinenbauers, mehr Geld aus der Insolvenzmasse zu erhalten, vorerst zerschlagen. Der Insolvenzverwalter hatte argumentiert, die HDW habe ihre Übernahme selbst finanziert. Dies sei nach dem Aktiengesetz verboten.

Hintergrund der Klage war die Übernahme der Kieler Werft durch den US-Finanzinvestor One Equity Partners vor drei Jahren. Der hatte neben 50 Prozent der HDW-Aktien auch Konzernschulden in Höhe von 524 Millionen Euro übernommen, die zuvor von Babcock auf HDW übertragen worden waren. Inzwischen gehört HDW zu Thyssen-Krupp.

In einem ähnlichen Verfahren vor dem Frankfurter Landgericht fordert der Insolvenzverwalter Schadenersatz vom Tourismuskonzern Tui. Babcock war im Sommer 2002 insolvent geworden.

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