Klage gegen Mitarbeiter
Siemens wehrt sich in Schmiergeld-Affäre

In der Affäre um angebliche schwarze Konten hat der Siemens-Konzern nun erstmals Klage gegen einen Manager eingereicht, der Gelder zur Bestechung von Kunden abgezweigt haben soll. Das soll nicht die einzige Konsequenz bleiben. Allerdings verpufft die positive Image-Wirkung der Siemens-Aktionen durch das Bekanntwerden neuerlicher Details.

HB MÜNCHEN. „Wir lassen mit Hochdruck unter Leitung des Vorstands ein Maßnahmenpaket erarbeiten“, sagte ein Siemens-Sprecher am Donnerstag in München. Mit Ergebnissen sei in Kürze zu rechnen. Siemens hatte angekündigt, sein gesamtes System auf Lücken zu durchleuchten. Siemens hatte kürzlich angekündigt, seinen Verhaltenskodex zu überprüfen und einen externen Ombudsmann eingesetzt.

Die Staatsanwaltschaft verdächtigt ein Dutzend aktueller und ehemalige Mitarbeiter, 200 Mill. Euro veruntreut zu haben. Mit dem Geld sollen Aufträge im Ausland erkauft worden sein. Ob sich Manager auch persönlich bereichert haben, steht noch nicht fest.



Klage eingereicht habe der Konzern gegen einen früheren Manager der Festnetz-Sparte Com in Griechenland, bestätigte der Siemens-Sprecher einen „Spiegel Online“-Bericht. Demnach will Siemens mit Hilfe der Klage möglicherweise veruntreutes Geld zurückfordern. Die aktuellen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft drehen sich auch um den Verdacht, dass Siemens-Mitarbeiter Schmiergelder gezahlt haben, um Aufträge im Umfeld der Olympischen Spielen 2004 in Athen zu bekommen. Auch die griechische Justiz hat Untersuchungen eingeleitet.

Mit der Affäre um schwarze Kassen bei Siemens beschäftigt sich eine elfköpfige Sonderkommission „Netzwerk“ des Landeskriminalamtes München. Derzeit sitzen fünf Beschuldigte in Haft, darunter auch ein früherer Bereichsvorstand von Siemens.

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