Klagen über Klagen
Eon und Enel gehen aufeinander zu

Nachdem die beiden Kontrahenten um den spanischen Versorger Endesa ihre juristische Drohkulisse aufgebaut haben, machen sie nun Informationen des Handelsblattes zufolge vorsichtige Schritte aufeinander zu. Denn eine monatelange Blockade nutzt letztlich niemandem.

HB ROM/MADRID. Die Patt-Situation im Übernahmekampf um den spanischen Energiekonzern Endesa zwingt die Kontrahenten zu Verhandlungen. Nach Informationen des Handelsblatts aus informierten Finanzkreisen gab es am vergangenen Wochenende erstmals ein Treffen zwischen den Chefs von Eon und Enel, Wulf Bernotat und Fulvio Conti. Dabei zeichnete sich zwar noch keine Einigung ab. Die Bereitschaft zu weiteren Verhandlungen ist allerdings auf beiden Seiten vorhanden. Sprecher von Eon und Enel wollten die Information auf Anfrage nicht kommentieren.

Der Übernahmekampf um den größten spanischen Versorger ist in den vergangenen Tagen eskaliert. Es zeichnet sich schon jetzt ab, dass sich die Kontrahenten letztlich gegenseitig blockieren werden. Auf der einen Seite torpediert Enel mit dem zweiten Großaktionär Acciona Eons Offerte, die noch bis Anfang April läuft. Beide Großaktionäre haben eine Allianz geschlossen und kontrollieren 46 Prozent der Anteile. Auf der anderen Seite wird Eon von Endesa und dem einflussreichen Aktionär Caja Madrid unterstützt. Die Deutschen versuchen, möglichst viele Aktien einzusammeln und mit Endesas Unterstützung die Rivalen aus dem Verwaltungsrat zu halten. Zudem überziehen sich beide Seiten mit Klagen und bauen so eine juristische Drohkulisse auf.

Bei Enel glaubt man nicht an eine schnelle Lösung. Beide Seiten würden sich viel zu stark fühlen, so dass man nicht bereit sei, Kompromisse einzugehen, hieß es in Enel-Kreisen. Letztlich würde alles auf die Zerschlagung von Endesa hinauslaufen. Während sich Acciona mit der Sparte erneuerbare Energien zufrieden geben könnte, dürften Eon und Enel am Spanien-Geschäft Endesas interessiert sein.

Nach den Klagen des Düsseldorfer Konzerns Eon gegen die Endesa-Großaktionäre Enel und Acciona in den USA und Spanien prüft nun offenbar Enel juristische Schritte. Der italienische Versorger erwäge eine Klage gegen die Sparkasse Caja Madrid, die sich auf die Seite Eons geschlagen hatte, sagte eine Person aus dem Enel-Umfeld am Dienstag. Branchenexperten schließen nicht mehr aus, dass der Streit in einer Zerschlagung Endesas oder in einem langwierigen Rechtsstreit mündet.

Enel habe seine juristischen Berater beauftragt, die Entscheidung der Caja Madrid für einen Aktientausch mit Eon zu prüfen, hieß es im Umfeld Enels. Caja Madrid verstoße gegen die Stimmrechtsbeschränkung von 10 Prozent, die für jeden Aktionär von Endesa gelte. Die Caja hatte Montag über eine Vereinbarung mit Eon informiert, nach der Eon in spätestens zwei Jahren den Anteil der Bank an Endesa von 9,9 Prozent übernehmen können. Die wirtschaftlichen Rechte, etwa das Bezugsrecht von Dividenden, erhalte Eon sofort. Die Stimmrechte in der Endesa-Führung verblieben aber vorerst bei Caja Madrid.

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