Klausurtagung
VW-Aufsichtsrat schweigt zu den drängenden Problemen

Tag zwei der Klausurtagung des Aufsichtsrats von Volkswagen ist angelaufen. Nachdem das Gremium schon das heikle Thema Pischetsrieder ausgeklammert hat, sind laut informierter Kreise auch keine Entscheidungen über die Sanierung des Autobauers zu erwarten. Dabei wären klare Aussagen nötig, gibt es doch neue Spekulationen über Massenentlassungen.

HB HAMBURG. „Es wird wohl keine Beschlüsse geben“, sagte eine mit der Situation in dem Kontrollgremium vertraute Person der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag. Die Aufsichtsräte ließen sich in Wolfsburg über den Stand der Verhandlungen mit dem Betriebsrat über das Sanierungsprogramm informieren. Da die dabei behandelten Themen in Tarifverträge eingreifen und nicht vom Aufsichtsrat entschieden werden können, wurden keine Entscheidungen des Kontrollgremiums erwartet. Ein VW-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern.

Hauptthema der auf zwei Tage angesetzten Beratungen des Aufsichtsrats ist die Sanierung der Kernmarke VW, die unter Überkapazitäten leidet und zu teuer produziert. Die Vertragsverlängerung für VW-Konzernchef Bernd Pischetsrieder hatte der Aufsichtsrat am Vortag aus den Beratungen ausgeklammert, um sich wie vom Betriebsrat verlangt auf die Diskussion über die Sanierung zu konzentrieren. Die Erneuerung des im Frühjahr 2007 auslaufenden Kontrakts von Pischetsrieder soll Thema der Aufsichtsratssitzung am 2. Mai werden. Auf der Hauptversammlung am Tag darauf in Hamburg sollen den Aktionären dann Details der Sanierung präsentiert werden.

Im Zuge des von Pischetsrieder angekündigten Sanierungsprogramms stellt Europas größter Autobauer bis zu 20 000 Arbeitsplätze im Inland in Frage. Damit könnte jeder fünfte der insgesamt rund 100 000 Arbeitsplätze bei Europas größtem Autobauer von der Neuordnung der Montage- und Komponentenwerke betroffen sein.

Die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete in ihrer Donnerstagausgabe unter Berufung auf Kreise des Kontrollgremiums, dass unter betriebswirtschaftlicher Betrachtung sogar 40 000 Stellen bei dem Autobauer überflüssig würden. Das sei politisch aber nicht durchzusetzen. Auch dazu lehnte VW eine Stellungnahme ab. „An den Spekulationen beteiligen wir uns nicht“, sagte ein Sprecher.

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