Klebefolienhersteller
Tesa setzt auf große Displays

Tesa will mit Klebefolien für die Mobilfunk- und Autobranche schneller wachsen. Letztes Jahr konnte die Beiersdorf-Tochter ihren Umsatz im Mobilfunkgeschäft um rund 33 Prozent steigern, während der Markt nur um 1,2 Prozent zulegte.
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FrankfurtDie Beiersdorf -Tochter Tesa will mit Klebefolien für Smartphones, Tablet-PCs und Automobile 2013 schneller wachsen als der Markt. Vor allem in Asien und Nordamerika erwarte der Konzern eine dynamische Entwicklung, erläuterte Tesa-Chef Thomas Schlegel am Mittwoch in Frankfurt. "In Europa ist die Unsicherheit immer noch sehr groß", fügte er hinzu. Insgesamt werde der Umsatz in diesem Jahr im einstelligen Prozentbereich steigen und das Ergebnis leicht überproportional zum Umsatz zulegen.

Schon 2012 hatten die Hamburger vom Erfolg der neuen Kommunikationsgeräte profitiert und die Umsatz-Milliarde geknackt: Währungsbereinigt legten die Erlöse um 2,5 Prozent auf 1000,2 Millionen Euro zu, der Überschuss sprang um knapp ein Viertel auf 80,7 Millionen Euro. Damit entwickelte sich Tesa auch wesentlich besser als die für die Marke Nivea bekannte Kosmetiksparte des Beiersdorf-Konzerns.

Tesa ist zwar vor allem für seine Produkte für den Allgemeingebrauch wie Klebestreifen und -bänder bekannt, mehr als Dreiviertel seines Umsatzes macht der Konzern aber mit Klebefolien etwa für die Elektronik-, Automobil- oder Bauindustrie. So trieb der Trend zu Smartphones, dessen Displays mit Klebefolie befestigt werden, den Umsatz im Mobilfunkgeschäft von Tesa im vergangenen Jahr um 33 Prozent nach oben, während der Markt insgesamt nur um 1,2 Prozent zulegte. "Große Displays sind gut für uns", erläuterte Robert Gereke, der im Tesa-Vorstand das Industriegeschäft verantwortet. Auch die Bildschirme der Tablet-PCs werden mit Folie angeklebt - ein Fall für Tesa. Die Spezialfolien für Lautsprechermembranen in Mobiltelefonen stellen die Hamburger ebenfalls her.

Das Geschäft mit der Automobilindustrie litt unter der Krise in Europa, in Nordamerika verzeichnete Tesa dagegen gute Wachstumsraten. Autobauer sind ständig auf der Suche nach neuen Materialien, die auch verklebt werden müssen, um das Gewicht der Fahrzeuge zu reduzieren. "Die Story Kleber in der Automobilbranche ist heiß", sagte Gereke. Auch im Automotive-Bereich will Tesa 2013 Marktanteile gewinnen. Insgesamt stieg der Umsatz der Industriesparte 2012 um 3,9 Prozent, während das Konsumentengeschäft mit Tesafilm, Powerstrips & Co nur 1,6 Prozent zulegte.

Zu den immer mal wieder aufkommenden Spekulationen über einen Börsengang der Beiersdorf-Tochter winkte Tesa-Chef Schlegel ab: "Es hat sich an unserer Aktionärsstruktur nichts geändert und es wird sich auch in absehbarer Zeit nichts ändern."

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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