Kleinaktionäre wollen meht Geld
Kaum Proteste gegen Phoenix-Verschmelzung mit ContiTech

Auf er außerordentlichen Hauptversammlung des Autozulieferers Phoenix sind die erwarteten Proteste von Aktionären gegen eine Verschmelzung des Hamburger Unternehmens mit ContiTech am Dienstag weitgehend ausgeblieben. Allerdings kritisierten Kleinaltionäre das Abfindungsangebot als zu niedrig.

HB HITTFELD. Phoenix-Chef Meinhard Liebing warb vor etwa 400 Aktionären für den Zusammenschluss, den er als „konsequent und wirtschaftlich nachvollziehbar“ bezeichnete. Dadurch entstehe „aus zwei erfolgreichen Unternehmen ein schlagkräftiges Unternehmen“. Die Anteilseigner beraten über einen Beherrschungs- und Verschmelzungsvertrag, mit dem das Ende der Phoenix AG als eigenständige Gesellschaft sowie der Börsennotierung besiegelt werden soll. Conti hält bereits 75,6 Prozent an seinem einstigen Konkurrenten. Durch die Verschmelzung von Phoenix mit ContiTech soll einer der weltweit führenden Spezialisten für Kautschuk- und Kunststofftechnologie entstehen.

Vor dem Veranstaltungsort in Hittfeld bei Hamburg demonstrierten nur einige wenige Gewerkschafter gegen den mit der Verschmelzung verbundenen Personalabbau. Die Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) forderte Continental auf, diesen bei Phoenix möglichst gering zu halten. Vom Hamburger Senat verlangte die IG BCE eine „aktive Beschäftigungspolitik“, um den bei Phoenix entlassenen Mitarbeitern eine Beschäftigung zu geben. Nach den von Conti inzwischen konkretisierten Plänen sollen bei Phoenix etwa 860 Stellen gestrichen werden. Davon soll 300 Mitarbeitern eine Weiterbeschäftigung an anderen Orten angeboten werden.

Um den Stellenabbau am Stammsitz in Hamburg-Harburg möglichst sozialverträglich zu gestalten, soll eine Auffanggesellschaft gegründet werden. Weltweit beschäftigt Phoenix rund 9000 Mitarbeiter. Bei ContiTech waren Mitte 2004 über 15.000 Mitarbeiter beschäftigt. Der Continental-Konzern zählt weltweit rund 73 000 Mitarbeiter.

Aktionärssprecher kritisierten die im Zuge der Verschmelzung angebotene Barabfindung als zu niedrig und forderten Continental zur Nachbesserung auf. Bei der Berechnung des Unternehmenswertes von Phoenix sei zudem „mit gezinkten Karten“ gearbeitet worden, sagte ein Sprecher des Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SDK). Er forderte die Kleinaktionäre auf, gegen den Verschmelzungs- und Beherrschungsvertrag zu stimmen.

Hingegen hob Liebing mehrere wirtschaftliche Vorteile des Zusammenschlusses hervor, wie die mit der Größe steigende Einkaufskraft der Gesellschaft sowie ein Einsparpotenzial durch den Abbau von Doppeltätigkeiten. Für den Zeitraum 2004 bis 2007 prognostizierte Liebing einen Anstieg des Umsatzes der Phoenix-Geschäftsbereiche, die mit ContiTech verschmolzen werden sollen, um 87,8 Millionen Euro auf 1,086 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis werde zugleich auf 58,3 Millionen von 47,9 Millionen Euro steigen. ContiTech habe die positive Ertragsentwicklung der ersten neun Monate im Oktober und November 2004 fortgesetzt.

Die Phoenix-Aktie notierte am Nachmittag mit 20,20 Euro leicht im Plus und lag damit deutlich über dem Barabfindungsangebot. Continental hatte sein Angebot an die verbliebenen Aktionäre im November auf 18,89 Euro aufgestockt. Damit lieg die Offerte fast vier Euro über den 15 Euro je Aktie, zu denen Conti unlängst die Mehrheit an Phoenix erworben hatte.

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