Kleine Übernahmen nicht ausgeschlossen
Pfizer hat derzeit keine Übernahmen auf dem Plan

Der weltgrößte Arzneimittelhersteller Pfizer strebt nach den Worten von Konzernchef Henry McKinnell derzeit keine Großübernahmen an. Der Konzern plant, in den kommenden Jahren 20 neue Arzneien einzuführen.

HB FRANKFURT. In einem am Mittwoch vorab veröffentlichten Interview mit der Wochenzeitung „Die Zeit“ sagte der Manager auf eine entsprechende Frage: „Nein, wir planen aktuell keine Übernahme - zumindest keinen großen Deal.“ Nicht ausschließen wolle er aber den Zukauf des einen oder anderen kleinen Unternehmens. Pfizer hatte zuletzt mit der Übernahme des US-Wettbewerbers Pharmacia im Jahr 2003 für rund 60 Milliarden Dollar seine Stellung als Nummer Eins der Branche gefestigt.

Befürchtungen der Investoren über anstehende Patentverluste hatten der Pfizer-Aktie in den vergangenen sechs Monaten einen Kursverlust von mehr als 25 Prozent beschert. Pfizer habe aber keine Sorge, künftige Einbrüche im Geschäft auszugleichen, machte der Konzernchef klar. „Wir werden in den nächsten Jahren zwanzig neue Arzneien einführen“, sagte McKinnell. Das Wachstum werde zwar geringer sein, als es ohne Patentverluste wäre. „Aber wir werden wachsen - aus unserem bisherigen Portfolio und den neuen Produkten,“ ergänzte er.

Zuletzt war auch der Branchenprimus nicht vor Rückschlägen gefeit. Nachdem der US-Konkurrent Merck & Co im September wegen Sicherheitsrisiken sein Arthritismedikament Vioxx weltweit vom Markt genommen hatte, werden mittlerweile auch die zur gleichen Substanzklasse gehörenden Pfizer-Schmerzmittel Celebrex und Bextra von den Gesundheitsbehörden genauer unter die Lupe genommen. Pfizer hat die Werbung für Celebrex inzwischen eingestellt. Im Dezember hatte die US-Gesundheitsbehörde FDA angesichts möglicher Herzinfarkt-Risiken nur eine begrenzte Verschreibung dieser Mittel empfohlen.

Dass die Gesundheitsbehörde einen Marktrückzug der Schmerzmittel verlangt, erwartet der Pfizer-Chef aber nicht. „Ich glaube nicht, dass wir Celebrex und Bextra verlieren werden“, sagte McKinnell. Auf die Frage, ob Pfizer - wie Merck & Co - um auf Nummer Sicher zu gehen, die Medikamente freiwillig vom Markt nehmen werde, sagte der Konzern-Chef: „Auf keinen Fall! Wir halten unserer Arzneien für eine wichtige Alternative für Millionen von Arthritis-Patienten“. Zur Zeit läuft auch bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMEA ein Verfahren zur Bewertung des Herzkreislaufrisikos zu allen in der EU zugelassenen Medikamenten aus dieser Substanzklasse der so genannten Cox-2-Hemmer.

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