Kleine und mittelgroße Unternehmen in Gefahr
Brauereien im Schatten der Giganten

Die Deutschen lieben Bier. Knapp 120 Liter trank jeder Bundesbürger im Jahr 2003 im Schnitt. Damit bekommen die Germanen die Bronzemedaille beim Bierkonsum weltweit. Geschlagen werden sie nur noch von den Tschechen (160 Liter pro Kopf) und den Iren (150 Liter).

HB DÜSSELDORF. Entsprechend attraktiv ist der deutsche Biermarkt, der mit einem Volumen von 9,32 Mrd. Euro (2002) der drittgrößte der Welt ist – nur noch übertroffen von China und den USA. Attraktiv ist er aber auch für die Konsolidierer in der Branche, denn die deutsche Brauereilandschaft ist sehr zersplittert. Bisher hat noch niemals eine Einzelbiermarke die Marktanteilsschwelle von 10 Prozent überschritten.

Grafik zur weltweiten Brauereibranche

Und unter den 1 279 Brauerei-Unternehmen, die es 2003 in Deutschland gab, war die größte immer noch erheblich kleiner als international tätige Bier-Giganten wie Interbrew und Heineken. Diese treten nun allmählich in den deutschen Markt ein, der ihnen mit vielen interessanten Übernahmeobjekten die Möglichkeit zur Bildung von starken Marktpositionen bietet.

Anheuser-Busch, SAB Miller, Heineken und Interbrew dominieren zur Zeit den Weltmarkt. In Deutschland haben Interbrew und Carlsberg bereits wichtige Positionen erobert, und deutsche Unternehmen wie Radeberger und Bitburger versuchen, sich gegen sie zu behaupten.

Dieser Prozess wird sich in den nächsten drei bis fünf Jahren noch stark beschleunigen, denn nach den weltweiten Analysen der Unternehmensberatung A.T. Kearney ist sich die Brauereibranche in einer Phase, in der die Konsolidierungsgeschwindigkeit stark steigt.

Das bedeutet für die kleineren deutschen Brauereien eine greifbare Gefahr, zum Übernahmeobjekt zu werden. Ihnen fehle die nötige Dynamik beim Umsatzwachstum und die absolute Größe, ihren Bestand selbstständig zu sichern, urteilt Peter Pfeiffer, Vice President von A.T. Kearney: „Die führenden deutschen Brauereien sind zu klein, um das internationale Konsolidierungsspiel zu dominieren.“ Mehr als die Hälfte der deutschen Brauereien seien durch diesen Internationalisierungsprozess gefährdet.

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