Kleinere Explorationsfirmen wittern Morgenluft – jede zusätzliche Reserve zählt
Die „Wildkatzen“ gehen auf Ölsuche

Die „Wildcatter“sind wieder im Kommen: Die Abenteurer und Inhaber kleiner Firmen, suchen mit Erfolg in bisher unerschlossenen Regionen nach Öl und fördern es dann auch. Analysten und Unternehmen wittern nun Morgenluft für die Branche.

DÜSSELDORF. Im August 1859 hallte ein lauter Schrei durch die abgelegenen Täler Pennsylvanias: Der Amerikaner Colonel Edwin Drake war nach langer mühevoller Suche auf Öl gestoßen und setzte damit die erste Boomphase des Rohstoffs in Gang. Drake wurde damit zum Urvater der so genannten „Wildcatter“, Abenteurer und Inhaber kleiner Firmen, die in bisher unerschlossenen Regionen nach Öl suchen und bei Erfolg dann auch fördern.

Heute kontrollieren die großen Ölkonzerne zwar auch das Gros des Explorationsgeschäfts, die Wildcatter (vom engl. Wort „wildcat“ = Wildkatze) gibt es aber immer noch. Bei anhaltend hohen Ölpreisen und einem über Jahre entstandenen Defizit bei der Erkundung und Entwicklung neuer Resourcen wittern Analysten und Unternehmen nun Morgenluft für die Branche: Alles, was dazu beiträgt die steigende Nachfrage nach Rohöl zu decken, verspricht Gewinne.

Zu der Branche zählen Unternehmen wie Cairn Energy aus Großbritannien, Paladin oder Hardman Ressources aus Australien. Während Energie-Multis wie BP, Exxon-Mobil oder Royal Dutch/Shell bei Höhenflügen des Ölpreises gelassen bleiben und ihre auf 20 Jahre angelegten Investitionsprogramme allenfalls ein wenig modifizieren, können und müssen sich die Wildcatter schneller umstellen. Ihr Geschäft ist damit auch viel risikoreicher.

Der Kurs der Cairn-Aktien hat sich seit Beginn des Jahres dafür mehr als verdoppelt. Das Unternehmen gilt als eines der erfolgreichsten der Branche, die oft auch dann auf den Plan tritt, wenn die „Großen“ ein Feld nicht rentabel entwickeln können. So hat Cairn vor zwei Jahren Explorationsblocks von Shell im indischen Rajasthan übernommen, das die Spezialisten des Multis für unwirtschaftlich hielten. Jetzt sind die Briten an vier Stellen fündig geworden. „Die ziehen einfach los und bohren“, sagt ein Branchenexperte. Für aufwendige Explorationen, wie sie die großen Multis betreiben, haben sie weder Zeit noch Geld. Sie müssen sich auf vorhandene geologische Daten verlassen, die meist nicht sehr genau sind.

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