Kleinfeld als Aufsichtsrat bestätigt
Bayer ist mit Schering-Kauf zufrieden

Bayer-Chef Werner Wenning hat auf der Hauptversammlung des Chemie- und Pharmakonzerns eine positive Bilanz des milliardenschweren Zukaufs der Berliner Schering gezogen. Zugleich ist der scheidende Siemens-Chef Klaus Kleinfeld von der Hauptversammlung mit großer Mehrheit als Aufsichtsrat des Traditionskonzerns bestätigt worden.

HB KÖLN. Vor allem auf Grund der Schering-Eingliederung gehöre 2006 "zu den bedeutendsten Jahren unserer Unternehmensgeschichte", sagte Wenning am Freitag vor den Aktionären in Köln. "Wir sind sehr erfreut, wie schnell die Zusammenführung vonstatten geht." Dass der Zusammenschluss die Streichung von 6100 Arbeitsplätzen mit sich bringe, sei "schmerzlich, aber leider unverzichtbar". Sozialverträgliche Lösungen würden angestrebt. Die Dividende je Aktie für 2006 wurde um fünf Prozent auf 1 Euro erhöht.

Aktionärsvertreter kritisierten "unschöne Begleiterscheinungen" bei der Übernahme, die mit großer Härte durchgesetzt worden sei. Außerdem hätten die Aktionäre besser informiert und stärker in die Entscheidung mit einbezogen werden können, bemängelten sie. Zum Geschäftsverlauf äußerten sich die Aktionäre überwiegend zufrieden. Im ersten Quartal 2007 erzielte Bayer einen überraschend hohen Gewinn von 2,8 Mrd. Euro nach 600 Mill. Euro in den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres.

Bei dem Aktionärstreffen saß auch der scheidende Siemens-Chef Klaus Kleinfeld mit am Tisch. Er ist von der Hauptversammlung des Pharma- und Chemiekonzerns mit großer Mehrheit als Aufsichtsrat bestätigt worden. Der Aufsichtsratsvorsitzende Manfred Schneider hatte den Münchner Manager zuvor vehement gegen Kritik aus den Reihen der Aktionäre verteidigt. Bayer-Chef Werner Wenning betonte vor den Anteilseignern, dass Bayer sich bei seinen eigenen Geschäften strikt an gesetzliche Vorgaben halte. "Geschäfte, die nur mit unlauteren Methoden gemacht werden können, kommen für uns nicht in Betracht."

Einige Aktionäre des Bayer-Konzerns hatten auf der Hauptversammlung vergeblich gefordert, Kleinfeld dürfe nicht länger als Bayer-Aufsichtsrat tätig sein. Kleinfeld-Kritiker Klaus-Dieter Dohm argumentierte, der Münchner Manager stehe bei der Siemens AG zusammen mit seinen Vorstandskollegen im Zentrum des Verdachts von Schmiergeldzahlungen und Korruptionsvorwürfen. "Es ist für mich unvorstellbar, dass jemand mit diesem Hintergrund in den bisher als äußerst seriös geltenden Aufsichtsrat der Bayer AG für die Anteilseigner gewählt wird", schrieb Dohm. Ein anderer Aktionär argumentierte, man solle dem Münchner Manager Zeit und Gelegenheit geben, "seinen Laden an der Isar in Ordnung zu bringen".

Kleinfeld ist seit zwei Jahren Mitglied im Aufsichtsrat des Bayer-Konzerns. Am Freitag stand seine Wiederwahl für fünf Jahre an. Aufsichtsratschef Schneider verteidigte vor den Aktionären entschieden die Berufung des Managers und wies auf dessen Erfolge bei der Umstrukturierung von Siemens hin. Außerdem hätten die bisherigen Untersuchungen keinerlei Anhaltspunkte für ein persönliches Fehlverhalten Kleinfelds gegeben.

Vor und während der Hauptversammlung in den Kölner Messehallen demonstrierten einige Gruppen gegen den Verkauf von giftigen Pestiziden in Länder der Dritten Welt. In einem offenen Brief an Wenning schrieben 154 Organisationen aus 35 Staaten, Bayer habe 1995 versprochen, bis zum Jahr 2000 sämtliche Pestizide vom Markt zu nehmen, die von der Weltgesundheitsorganisation als extrem gefährlich oder hochgefährlich eingestuft worden seien. Mindestens acht dieser Insektengifte würden aber immer noch verkauft.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%