Kleinfeld in der Kritik
Verlorenes Jahr für Siemens

Siemens-Vorstand Klaus Kleinfeld muss harte Kritik von der IG Metall einstecken. Sein Unternehmen habe Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit eingebüßt. Auch Fondmanager sind kritisch: Mit Blick auf die Rendite, sei 2006 „wieder ein verlorenes Jahr“ für Siemens.

HB BERLIN/MÜNCHEN. Siemens-Chef Klaus Kleinfeld steht weiter in der Kritik der IG Metall: „Das letzte Geschäftsjahr war beschäftigungspolitisch eine Katastrophe“, sagte Bayerns IG Metall-Chef Werner Neugebauer dem Tagesspiegel am Sonntag. Angesichts des Imageschadens nach dem Verkauf der Handy-Sparte an die inzwischen insolvente BenQ und der zahlreichen Baustellen im Konzern sei die Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit von Siemens und damit die Motivation vieler Mitarbeiter verloren gegangen. Schon unter Kleinfelds Vorgänger Heinrich von Pierer, heute Siemens-Aufsichtsratschef, seien wichtige Trends „völlig verpennt“ worden, sagte Neugebauer. Siemens wird an diesem Dienstag die Geschäftszahlen für 2005/06 vorlegen.

Zu den Kritikern gesellen sich auch Investoren. „Zum Unternehmertum gehört eine vernünftige Rendite. In dieser Hinsicht war 2006 wieder ein verlorenes Jahr für Siemens“, sagte Henning Gebhardt, Leiter Deutsche Aktien bei der größten deutschen Fondsgesellschaft DWS, der Zeitung. Auch die Fondsgesellschaft Union Investment fordert mehr Tempo: „Ich erwarte von Siemens eine Umsatzrendite, die deutlich über den aktuellen acht Prozent liegt“, sagte Fondsmanager Christoph Niesel. „Damit kann man in einer weltwirtschaftlichen Wachstumsphase nicht zufrieden sein.“ Niesel befürchtet sogar, dass Siemens zum Übernahme-Kandidaten werden könnte, falls die Profitabilität nicht gesteigert werde: „Wenn man das versäumt, dann ist man bald nicht mehr Herr seiner Geschicke und wird zum Übernahmeziel.“

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