Kleinstwagen soll 2007 erstmals Gewinn einfahren
Smart kostet Daimler 3,9 Milliarden Euro

Für Tochter Smart musste der Mutterkonzern Daimler-Chrysler offenbar mehr Geld abzwacken als bislang vermutet. Das legen die Geschäftsberichte der Smart GmbH für die Jahre von 2003 bis 2006 nahe, die dem Handelsblatt vorliegen. Trotzdem beharren die Stuttgarter darauf: Der City-Flitzer soll in diesem Jahr erstmals Gewinn einfahren – und das aus mehreren Gründen.

FRANKFURT/STUTTGART. Nach den Unterlagen summierten sich die Jahresverluste der Kleinstwagenmarke in den vier Jahren auf fast 3,9 Mrd. Euro. Ohne die Belastung durch die Tochter hätte die Mercedes-Gruppe im vergangenen Jahr grob gerechnet bereits einen operativen Rekordgewinn von mehr als vier Mrd. Euro erzielt. Tatsächlich waren es 2,4 Mrd. Euro.

Daimler hatte bislang keine Einzelergebnisse für die zur Mercedes-Gruppe zählende Marke genannt. Der Konzern räumte lediglich für das Jahr 2005 eine Belastung von 1,2 Mrd. Euro durch die damals eingeleitete Restrukturierung der Marke ein. Experten waren allerdings stets von hohen Verlusten ausgegangen. Erstmals liegen jetzt für Smart konkrete Zahlen auf dem Tisch. Ein Daimler-Sprecher wollte die Informationen nicht kommentieren und betonte, dass der Autokonzern mit Smart in diesem Jahr erstmals schwarze Zahlen schreiben werde.

Die Geschäftsberichte lassen in jedem Fall Rückschlüsse darauf zu, welchen Profitabilitätssprung die Mercedes-Gruppe ohne die roten Zahlen des City-Flitzers erreichen könnte. So stiegen die Verluste von Smart den Bilanzen zufolge in den vergangenen vier Jahren stetig an: 2003 betrug das Minus 351 Mill. Euro, im Folgejahr 697 Mill. Euro, 2005 schon 1,2 Mrd. Euro und im vergangenen Jahr schließlich 1,6 Mrd. Euro. Die Verluste hinterließen immer tiefere Spuren im Ergebnis der Mercedes-Gruppe. Hält das Management Wort, kann die Marke mit dem Stern in diesem Jahr erstmals ungebremst die angestrebte Umsatzmarge von mindestens sieben Prozent erreichen.

Die Schätzungen einiger Analysten, die in diesem Jahr ein operatives Rekordergebnis von mehr als 4,2 Mrd. Euro für die Mercedes-Gruppe erwarten, rücken damit in greifbare Nähe. Daimler-Finanzchef Bodo Uebber kündigte nach Informationen aus Teilnehmerkreisen bereits vor Investoren an, noch im laufenden Jahr höhere Renditeziele für die Zukunft der Mercedes-Gruppe publik zu machen.

Die internen Zahlen beleuchten allerdings schlaglichtartig die bisherigen Probleme der Kleinwagenmarke. So standen im vergangenen Jahr bei Smart laut Geschäftsbericht Herstellungskosten von rund zwei Mrd. Euro einem Umsatz von nur 704 Mill. Euro gegenüber. Smart muss demnach in diesem Jahr entweder seine Umsätze deutlich steigern oder seine Herstellungskosten drastisch senken, um die Verlustzone zu verlassen. Ein 2005 vom Management angeschobenes Restrukturierungsprogramm, das die Marke auf den Zweisitzer Fortwo zurechtschrumpfte, soll dieses Jahr endgültig die Wende bringen.

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