Kleinwagen-Plattform
BMW und Fiat basteln Bündnis

BMW und Fiat schrauben künftig Teile aus dem gleichen Baukasten in ihre Autos. Die Konzerne haben eine Absichtserklärung für eine weitgehende Partnerschaft unterzeichnet. Beide Hersteller reagieren damit auf die deutlich verschlechterten Rahmenbedingungen in der Autoindustrie.

Demnach wollen die Autohersteller bei der Entwicklung ihrer Konzernmarken Mini und Alfa Romeo kooperieren. Möglich sei auch eine Zusammenarbeit bei Diesel- und Benzinmotoren, hieß es am Dienstag in Branchenkreisen.

„Ergebnisse der Kooperationsgespräche werden bis Jahresende vorliegen“, erklärte BMW am Nachmittag. „Die Zusammenarbeit beziehe sich auf die mögliche gemeinsame Nutzung von Komponenten und Systemen“, sagte BMW-Vorstand Friedrich Eichiner. „Wir freuen uns sehr, mit einem so angesehenen Partner in der Automobilindustrie zusammenzuarbeiten“, erklärte Fiat-Chef Sergio Marchionne.

Fiat und BMW reagieren damit auf die deutlich verschlechterten Rahmenbedingungen in der Autoindustrie. Zum einen droht wegen der hohen Ölpreise kurzfristig ein massiver Einbruch auf der Nachfrageseite, auch setzen die hohen Rohstoffkosten vor allem bei Stahl die Hersteller unter Druck. Zum anderen steigen die Anforderungen im Hinblick auf Klimaschutz und Spritverbrauch, die sich in deutlich höheren Entwicklungskosten niederschlagen.

Insbesondere BMW fürchtet zurückgehende Margen und will mit seinem Sparprogramm „Number one“ die Kosten bis 2012 um insgesamt sechs Milliarden Euro drücken. Der Schwerpunkt der von Konzernchef Norbert Reithofer verordneten Effizienzoffensive liegt auf dem Entwicklungsressort und im Einkauf .

„Eine Allianz mit Fiat würde dem Mini erhebliche Kostenvorteile bringen“, sagt Autoanalyst Georg Stürzer von der Unicredit. BMW hat den Mini im Jahr 2000 aus den Trümmern des Rover-Konzerns gerettet und die Kultmarke wiederbelebt. Der Absatz liegt mit 237 700 Stück deutlich über den Erwartungen und schönte zuletzt die eher schwächeren Verkaufszahlen der Konzernmutter. Umsatzrenditen nennt BMW für den Mini nicht.

„Ich gehe davon aus, dass der Mini mittlerweile bei vier Prozent Rendite liegt“, sagt Autoanalyst Stürzer. Das sei für ein Kleinwagenprojekt respektabel, lasse aber vor allem bei steigendem Absatz noch Luft nach oben. „Mini und Fiat kämen gemeinsam mit ihren Stückzahlen an Konkurrenten wie den VW-Polo oder den Peugeot 207 heran“, glaubt Stürzer.

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