Kleinwagen-Projekt wird wahrscheinlich ausgeweitet
Nissan und Mitsubishi vor neuer Kooperation

Der angeschlagene japanische Autohersteller Mitsubishi Motors (MMC) will sein Geschäft mit Miniautos angeblich in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Konkurrenten Nissan Motor einbringen.

bas TOKIO. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo und der Fernsehsender NHK berichteten gestern unter Berufung auf Branchenkreise, die beiden Hersteller verhandelten darüber, die nicht ausgelastete MMC-Fabrik für Miniautos in der Präfektur Okayama in ein Gemeinschaftsunternehmen einzubringen.

Mit dem Schritt könnte MMC, an dem Daimler-Chrysler noch gut 20 Prozent hält, seine Schulden schneller reduzieren. Das Unternehmen will sich auf sportliche und Minivan-Fahrzeuge fokussieren. Nissan könnte über eine solche Allianz schnell in das Segment mit den kleinen Autos expandieren, die mit einem Hubraum von unter 660 Kubikzentimetern in Japan steuerbegünstigt sind und dort rund ein Drittel des Pkw-Markts ausmachen.

So könnte Nissan-Konzernchef Carlos Ghosn schneller sein Ziel erreichen, die Absatzzahl des Unternehmens im Vergleich zum Geschäftsjahr 2001/02 um eine Million Fahrzeuge zu erhöhen. Beide japanischen Autohersteller bezeichneten die Berichte gestern als Spekulation, dementierten sie jedoch auch nicht.

Im vergangenen Jahr hatten sich die beiden Hersteller darauf geeinigt, dass MMC jährlich 20 000 Miniautos an Nissan liefert, die Nissan unter dem Modellnamen Clipper verkauft. Ein MMC-Sprecher sagte, die Hersteller diskutierten derzeit über die Zusammenarbeit bei einem Nachfolgemodell.

MMC ist traditionell stark im Minicar-Segment. Jedes dritte im extrem dicht besiedelten Japan produzierte Auto war im vergangenen Jahr ein Miniauto. Seitdem ein Skandal um vertuschte Qualitätsmängel bei MMC im Frühjahr bekannt wurde, sind die Absätze auch in diesem Segment eingebrochen, aber nicht so stark wie bei anderen Autoklassen. MMC will bis 2006 wieder schwarze Zahlen schreiben.

Der japanische Hersteller ist auf eine schnelle Entschuldung angewiesen. In Europa verhandelt das Unternehmen mit Daimler über den Rückzug aus dem Gemeinschaftswerk im niederländischen Born.

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