Kleinwagen-Segment
Daimler plant neue Modelle beim Smart

Der Autokonzern Daimler erwägt nach dramatischen Rückschlägen bei seinen Luxuskarossen neue Varianten für seinen Kleinwagen Smart. Es wird nach Medienberichten bereits wieder an einem Smart-Modell mit vier Sitzen gearbeitet. Zehn Jahre nach seiner Einführung braucht Daimler den Smart dringender denn je.

STUTTGART. Der Konzern wollte sich auf Anfrage nicht dazu äußern. Damit sind die bisherigen Andeutungen von Daimler-Entwicklungschef Thomas Weber wohl bereits weiter gediehen. Weber hatte Anfang Januar auf die Frage nach neuen Varianten des Smart dem Handelsblatt geantwortet: „Warum nicht? Aber klar ist: Sollten wir beim Smart über neue Modelle nachdenken, dann muss es ein intelligentes und einzigartiges Konzept sein – ein echter Smart eben.“ Weber lobte den Smart als „einzigartiges Fahrzeugkonzept“.

Die Konzernzentrale hat bei dem Kleinwagen im Zuge der Klimadebatte und hoher Benzinpreise binnen weniger Monate offensichtlich eine Kehrtwende vollzogen. Nach Milliardenverlusten mit dem Smart hatte Daimler vor Jahren die Varianten Viersitzer sowie den zweisitzigen Sportwagen wegen Erfolglosigkeit aus dem Programm gestrichen. Es war einer der ersten Maßnahmen des vor drei Jahren angetretenen Konzernchefs Dieter Zetsche zur Sanierung. Allein von 2003 bis 2006 versenkte der Autobauer internen Unterlagen zufolge 3,9 Mrd. Euro mit dem Smart. Insgesamt sollen es bis zu acht Mrd. gewesen sein. Selbst eine völlige Liquidation des Smart stand im Raum. Monatelang ließ Zetsche die Investmentbank Goldman Sachs nach Käufern für die Kleinstwagenmarke fahnden. Doch im letzten Moment dachte Zetsche um, und der Ur-Smart blieb im Konzern. Eine Entscheidung, über die der Konzernchef heute heilfroh sein dürfte. So hat der Smart im Januar in einem desaströsen Umfeld ein Absatzplus verzeichnet, Mercedes insgesamt dagegen 31 Prozent weniger Autos ausgeliefert. Inzwischen ist Smart auch profitabel.

„Wenn wir ihn nicht vor zehn Jahren erfunden hätten, müssten wir ihn heute erfinden“, sagte Zetsche beim Smart-Jubiläum im vergangenen September. Zehn Jahre nach seiner Einführung braucht Daimler den Smart dringender denn je, allein schon um die von der EU geforderten CO2-Werte zu erreichen.

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