Klimaschutz-Debatte
Autoindustrie setzt auf Klima-Dialog

Der Streit um die Klimaschutz-Vorschriften für deutsche Autobauer ist noch nicht ausgestanden. Im Handelsblatt macht EU-Komissar Verheugen klar, dass er an den Brüsseler Klimaschutzzielen festhält. Und während die deutsche Politik ihren Autobauern den Rücken stärkt, geht VDA-Präsident Wissmann einen Schritt auf die Umweltschützer zu.

HB DÜSSELDORF/FRANKFURT(MAIN). Angesichts der Klimadebatte will der neue Chef der Autoindustrie, Matthias Wissmann, auf Umweltverbände und die Grünen zugehen. Er biete ihnen „einen ernsthaften Dialog an über die Zukunft einer umweltgerechten Verkehrsentwicklung“, kündigte der frühere Bundesverkehrsminister an. Den Dialog wolle er nutzen, „um Ökonomie und Ökologie zu versöhnen“. Die Grünen begrüßten Wissmanns Vorschlag. Dieser will die Anstrengungen seiner Branche beim Klimaschutz besser herausstreichen, räumte aber auch ein, dass noch viel zu tun sei.

„Ich halte es für dringend notwendig, dass wir in Deutschland ideologische Klischees überwinden“, sagte der neue VDA-Präsident. Grünen-Fraktionschef Fritz Kuhn erklärte, man freue sich auf ein Treffen mit dem VDA. „Falls die Autoindustrie unser Motto „mit grünen Ideen schwarze Zahlen schreiben' beherzigt, kann sie auch in Zukunft ein herausragender Wirtschaftsfaktor für Deutschland sein.“ Wissmann will aber auch „auf die enormen Leistungen unserer Automobilindustrie bei der CO2-Reduzierung hinweisen“. Seit 1999 gingen die CO2-Emissionen massiv zurück, „vor allem durch den sparsamen und sauberen Clean Diesel, bei dem wir weltweit führend sind“. Im öffentlichen Bewusstsein seien solche Leistungen bisher kaum verankert. Zugleich räumte Wissmann weiteren Handlungsbedarf ein. Langfristig setze man auf die Wasserstofftechnologie. Die Industrie müsse sich anstrengen und besser zusammenarbeiten, um die Klimabelastungen zu reduzieren.

EU-Industriekommissar Günter Verheugen weist unterdessen die Kritik der deutschen Automobilbranche an den Brüsseler Klimaschutzzielen energisch zurück. „Ich habe im letzten Sommer lange mit Porsche gesprochen und keine Klagen gehört“, sagte Verheugen dem Handelsblatt. Er rate in dieser Debatte zu einer „kooperativen Haltung“. Es sei gut für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, wenn der Automobilbau des Landes „mit umweltfreundlichen Autos Marktführer wird“.

Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hatte Anfang vergangener Woche von einem „Wirtschaftskrieg“ der Europäischen Union gegen den Autostandort Deutschland gesprochen. Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) unterstützt dagegen die Kritik des Porsche-Chefs. „Die europäische Industriepolitik steht in der Pflicht, klare und praktikable Rahmenbedingungen zu setzen, die die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Industrie stärken und nicht schwächen“, sagte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) dem Handelsblatt.

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