Industrie

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Klimaschutz-Verstöße: Daimler riskiert Strafzahlungen

Wegen neuer Obergrenzen für den Schadstoffausstoß in den USA riskiert Daimler Strafzahlungen. Die Nachfrage nach großen, leistungsstarken Motoren, die einen hohen Kraftstoffverbrauch aufweisen, ist dort weiterhin groß.

Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG. Quelle: dpa
Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender der Daimler AG. Quelle: dpa

StuttgartDer Autobauer Daimler riskiert in Nordamerika Strafzahlungen wegen des Kraftstoffverbrauchs seiner Pkw und Geländewagen. Hintergrund sind neue Obergrenzen für den Schadstoffausstoß, der ab dem Jahr 2025 bei Neuwagen im Schnitt umgerechnet nur noch 100 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer betragen darf. Wegen der weiterhin starken Nachfrage nach großen, leistungsstarken Motoren in den USA und in Kanada könnten "monetäre Strafen nicht ausgeschlossen" werden, warnte Daimler in seinem am Montag veröffentlichten Geschäftsbericht für das Jahr 2012.

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Wegen der Verschärfung der Klimaschutzvorgaben in den USA müsse Daimler ab dem Modelljahr 2017 die CO2-Emissionen bei Pkw um jährlich fünf Prozent und bei Geländewagen und Pickups von zunächst 3,5 Prozent reduzieren. "Das trifft die deutschen Premiumhersteller und damit auch Daimler stärker als zum Beispiel die amerikanischen Hersteller", strich Daimler im Risikobericht heraus. Auch in Europa, China, Japan oder Brasilien werde über Vorgaben für den durchschnittlichen Kraftstoffverbrauch von Neuwagen beziehungsweise deren Verschärfung diskutiert.

Daimler

Bei Transportern und schweren Nutzfahrzeugen seien ebenfalls Gesetze zur Reduzierung von Treibhausgasen und des Treibstoffverbrauchs verabschiedet oder in Vorbereitung. "Wir müssen davon ausgehen, dass die gesetzlichen Vorgaben in einigen Ländern sehr schwer zu erfüllen sein werden", warnte Daimler. Über die Höhe möglicher Sanktionen machte der Autobauer im Geschäftsbericht keine Angaben.

Auch den Streit mit den Behörden in Deutschland und Europa über die Nutzung eines neuen, klimaschonenden Kältemittels stufen die Schwaben als ernsthaftes Geschäftsrisiko ein: Daimler arbeite gemeinsam mit Herstellern und Zulieferern an Alternativen zum Kältemittel HFO 1234yf, dass sich bei Versuchen entzündet hatte und daher von den Stuttgartern aus einigen Neuwagen entgegen der Zulassungsbestimmungen verbannt wurde. Mit den Behörden würden Gespräche geführt. Sollten "mögliche Lösungsalternativen" nicht rechtzeitig vorliegen, könnten sich die Herstellungskosten der Fahrzeuge durch nötige technische Anpassungen erhöhen. Zudem seien negative Auswirkungen auf den Absatz möglich.

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