Klinische Testphase 2006
Glaxo setzt Hoffnungen in seine Krebsmittel

Europas größter Arzneimittelhersteller Glaxo Smith Kline (GSK) baut auf neue Medikamente seiner Krebsmittelforschung. Dadurch soll die künftige Geschäftsentwicklung angekurbelt werden.

HB LONDON. Glaxo werde 2006 vier wichtige Krebsmittelkandidaten in der letzten klinischen Testphase haben, teilte der britische Konzern am Mittwoch mit. Die vier Präparate - Tykerb, Eltrombopag, Casopitant und Pazopanib - sollen Tumore bekämpfen oder Krebspatienten dabei helfen, Nebenwirkungen einer Chemotherapie zu dämpfen. Medikamentenkandidaten müssen üblicherweise drei klinische Testphasen erfolgreich durchlaufen, bevor für sie Zulassungsanträge gestellt werden können. Bislang sind Medikamente zur Krebsbekämpfung noch ein kleines Gebiet für Glaxo. Der Konzern will mit neuen Medikamenten aber zu einem wichtigen Wettbewerber auf dem stark wachsenden Markt für Krebsmedikamente aufsteigen.

„Ich glaube, dass GSK, das gegenwärtig im Therapiegebiet Krebs den elften Platz einnimmt, das Potenzial hat, wirklich eines der führenden Unternehmen zu werden“, gab sich der Forschungs- und Entwicklungschef der Briten, Tachi Yamada, zuversichtlich. Yamada rechnet damit, dass sich der Markt für Krebsmedikamente von einem Volumen von 42 Mrd. Dollar im Jahr 2004 in den nächsten fünf Jahren praktisch verdoppelt.

Präparate zur Krebsbekämpfung kommen bei Glaxo derzeit auf rund eine Milliarde Pfund Umsatz - das sind lediglich fünf Prozent des Gesamtkonzernumsatzes. Dabei sticht vor allem das Mittel Zofran heraus, das Patienten gegen Übelkeit bei einer Chemotherapie verabreicht wird. Mit den neuen Medikamenten in der Entwicklung dürfte sich das Profil der Krebsbekämpfung bei Glaxo ändern. Allerdings wird das wahrscheinlich nicht über Nacht geschehen. Analysten rechnen bis nach 2010 nicht mit größeren Auswirkungen der neuen Produkte auf die Gewinne bei den Briten.

Einer der größten Hoffnungsträger für Glaxo ist Eltrombopag, das nach Konzernangaben in Phase-II-Studien bereits gute Ergebnisse bei Patienten mit der Blut-Erkrankung ITP gezeigt hat. Glaxo peilt für das Medikament einen Zulassungsantrag Ende 2006 oder im Jahr 2007 an. Analysten des Bankhauses Merrill Lynch trauen dem Mittel einen Spitzenumsatz von 2,8 Mrd. Dollar zu, vorausgesetzt, es wirkt bei Chemotherapie-Patienten.

Hohe Erwartungen knüpft Glaxo auch an Tykerb, ein Krebsmedikament, das zunächst zur Bekämpfung von Brustkrebs entwickelt wird. Daten aus frühen Tests hatten gezeigt, dass mit dem Präparat Tumore bei Patientinnen mit Brustkrebs schrumpfen oder sich die Krankheit stabilisiert. Auch bei der Bekämpfung von Hirnmetastasen hat das Mittel nach neuen Daten einiges Potenzial. Allerdings hat das Medikament nur gemischte Ergebnisse bei Nierenkrebs gezeigt. Für Tykerb will Glaxo die US-Zulassung Ende 2006 oder im ersten Halbjahr 2007 beantragen.

Nach Schätzungen des Pharmadaten-Anbieters IMS Health dürfte der Markt für Krebsmedikamente im kommenden Jahr um 17 bis 18 Prozent zunehmen. Damit würde er fast drei Mal so stark wachsen wie der gesamte Arzneimittelmarkt, dem lediglich ein Wachstum von sechs bis sieben Prozent zugetraut wird.

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