Klinkhammer und Sattelberger gehandelt
Niemand will Hartz beerben

Die Suche nach einem Nachfolger für den im Sog der Korruptionsaffäre zurückgetretenen VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz dauert an. Obwohl die an der Suche beteiligten Mitglieder des Aufsichtsrats-Präsidiums Stillschweigen vereinbart hatten, wurden weitere Kandidaten ins Gespräch gebracht. Doch ein Durchbruch ist nicht in Sicht.

HB WOLFSBURG/HANNOVER. In Medienberichten wurde am Mittwoch unter anderen Thomas Sattelberger, Personalvorstand beim Reifenhersteller Continental in Hannover, genannt. „Derartige Spekulationen kommentieren wir nicht“, sagte ein Continental-Sprecher. Conti-nahen Kreisen zufolge steht der Manager nicht als Wechselkandidat bereit. Es sei „ausgesprochen unwahrscheinlich“, dass Sattelberger zu VW wechseln werde. Bei Continental war unter seiner Führung im vergangenen Jahr ein Modell mit Lebensarbeitszeitkonten ausgehandelt worden. Für die Conti-Tochter Teves in Gifhorn hatte er zuletzt eine Vereinbarung über die Rückkehr zur 40-Stunden-Woche erzielt.

Ebenfalls im Gespräch ist Telekom-Personalchef Heinz Klinkhammer. Die Telekom lehnte eine Stellungnahme dazu ab. Am Dienstag hatte der Personalvorstand von Thyssen-Krupp, Ralph Labonte, VW eine Absage erteilt. Thyssen-Krupp erklärte, Labonte stehe nicht zur Verfügung.

Als künftiger VW-Arbeitsdirektor gehandelt werden auch mehrere interne Kandidaten: den Personalvorstand der VW-Tochter Audi, Horst Neumann, der VW-Verhandlungsführer in den Tarifrunden, Josef-Fidelis Senn, sowie Klaus Dierkes, Vorstandssprecher der Wolfsburg AG, einer Partnerschaft zwischen VW und der Stadt Wolfsburg.

Am Montag hatten sich Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff und IG-Metall-Chef Jürgen Peters zu einem Vier-Augen-Gespräch über die Hartz-Nachfolge getroffen. Wulff und Peters sitzen im Präsidium des VW-Aufsichtsrats. Inhalte des dreistündigen Treffens wurden nicht bekannt. Weitere Vier-Augen-Gespräche sollen folgen. Der Gewerkschaftschef hatte sich zuversichtlich geäußert, dass die Arbeitnehmerseite sich mit ihrem Kandidaten durchsetzen werde. Die IG Metall hat de facto ein Vorschlagsrecht für den Posten.

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