Klöckner-Werke übernommen
Salzgitter entflieht dem Stahlzyklus

Mit Stahl lässt sich gutes Geld verdienen. Doch das Geschäft mit dem Rohstahl ist extrem zyklisch. Von diesem Auf und Ab will sich Salzgitter nun verabschieden und verleibt sich nach den Mannesmann-Röhrenwerken nun auch den Anlagenbauer Klöckner-Werke ein. Doch es könnte Probleme in einem anderen Bereich geben.

HB HANNOVER. Der Duisburger Maschinen- und Anlagenbauer Klöckner-Werke hat einen neuen Eigentümer. Der Stahl- und Röhrenhersteller Salzgitter übernimmt die Mehrheit an der Tochtergesellschaft der Pleite gegangenen WCM-Gruppe und steigt damit in einen weniger zyklischen Markt als den Stahlmarkt ein, wie die beiden Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Der Salzgitter-Konzern, der für 2006 erneut ein Rekordergebnis vorgelegt hat, hat aus seinem Hunger nach Zukäufen nie einen Hehl gemacht und allein 3,5 Mrd. Euro Eigenkapital auf der hohen Kante. Mit den Klöckner-Werken stelle sich Salzgitter breiter auf, hieß es.

Die Beteiligung in Höhe von 78 Prozent an den Klöckner Werken bewerten Analysten für Salzgitter als sinnvoll. „Die Diversifizierung bringt einen Ausgleich für das eher zyklische Stahlgeschäft von Salzgitter“, so Roland Koenen, Analyst beim Bankhaus Lampe. Das Geschäft von Klöckner-Werke, die mit KHS ein Wettbewerber von Krones sind, sei als nicht zyklisch einzustufen.

Gleichzeitig hoffen beide Unternehmen durch die Anbindung von Klöckner an Salzgitter Zukunfts- und Synergiepotenziale, teilte Salzgitter weiter mit. Doch das wird von Experten eher angezweifelt. So räumt ein weiterer Analyst ein, dass der Einstieg bei den Klöckner-Werke das Risikoprofil von Salzgitter ändere. Die Diversifizierung in ein neues Geschäft nehme der Aktie von Salzgitter die Zyklik des Stahlgeschäftes zum Teil heraus, was sich auf die Bewertungskennziffern auswirken dürfte. Doch auf der anderen Seite sei klar zu erkennen, dass es kein nennenswertes Synergiepotenzial gebe.

Die Salzgitter AG gehört mit mehr als acht Mrd. Euro Umsatz, einer Produktion von sieben Mill. Tonnen Rohstahl und 17 000 Mitarbeitern zu den führenden Stahlkonzernen Europas. Die Kasse des zweitgrößten Stahlkochers Deutschlands ist seit längerem gut gefüllt. In den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen von der hohen Stahlnachfrage profitiert und Rekordgewinne erzielt. Die im Jahr 2000 für einen symbolischen Preis erworbenen Mannesmannröhren-Werke erwiesen sich zudem als Glücksgriff, das Geschäft mit Röhren boomt. Nun hat der Stahlkocher auch 78 Prozent des Duisburger Maschinenbauers Klöckner-Werke gekauft.

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