KMPG soll alles aufklären - Hartz bleibt
Ausmaß der VW-Schmiergeldaffäre unklar

Während weiter über das Ausmaß der Affäre um Betrugs- und Korruptionsverdacht beim Autokonzern Volkswagen gerätselt wird sollen nun unabhängige Fachleute die Aufklärung der Vorwürfe vorantreiben und die Staatsanwaltschaft unterstützen. Noch sehen Branchenexperten die Chance auf eine geräuschlose Klärung der Affäre.

HB WOLFSBURG. Im Zentrum der Ermittlungen stehen der ehemalige Skoda-Personalchef Helmuth Schuster und einer seiner Ex-Mitarbeiter. Konzernbetriebsratschef Klaus Volkert war vor dem Hintergrund der Affäre am Donnerstag überraschend zurückgetreten.

„Wir haben die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG kontaktiert und beabsichtigen, sie damit zu beauftragen, alle Vorgänge unabhängig zu überprüfen“, sagte Konzernchef Bernd Pischetsrieder am Freitag in Wolfsburg. Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), der auch VW-Aufsichtsratsmitglied ist, nannte dies den richtigen Weg. Das Ausmaß des Skandals sei heute noch nicht abzusehen. Pischetsrieder hatte eine „lückenlose Aufklärung“ angekündigt.

Die Affäre trifft VW zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die Verhandlungen über ein neues Schichtmodell für das Werk in Wolfsburg laufen, und die Einzelheiten über geplante Sparmaßnahmen lassen auf sich warten. „Das Image von Volkswagen leidet“, sagte ein Analyst. An den Verhandlungen über ein neues Schichtmodell für das Werk in Wolfsburg war Volkert maßgeblich beteiligt. Die Gespräche seien auf kommende Woche vertagt, sagte ein VW-Sprecher. Sie seien durch den Wechsel aber nicht beeinflusst.

Unterdessen reagierte der Aufsichtsratsvorsitzende der Volkswagen AG, Ferdinand Piëch, auf Gerüchte, VW-Personalvorstand Peter Hartz, müsse im Zusammenhang mit der Schmiergeldaffäre bei VW vorzeitig ausscheiden. Piëch sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, er sehe überhaupt keinen Anlass für dessen Rücktritt. „Der Aufsichtsrat hat und wird Herrn Dr. Hartz keinen Aufhebungsvertrag anbieten. Ich habe keine Gespräche dieser Art mit irgendjemandem geführt. Es wurde auch kein derartiger Antrag an mich herangetragen. Herr Dr. Hartz bleibt Personalvorstand von Volkswagen“, sagte der frühere VW-Vorstandschef.

Branchenexperten sehen noch die Chance auf eine geräuschlose Klärung der Affäre. „Das ist kein Gau für Volkswagen, Hauptsache der Selbstreinigungsprozess kommt in Gang“, sagte Albrecht Denninghoff, Analyst bei der HVB. Mit Blick auf die Aktie sei es positiv, dass die Dinge auf den Tisch kämen. „Es spricht eher für VW, dass Schuster nicht mehr Mitarbeiter ist und es eine Anzeige gegen ihn gibt.“

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