KMW und Rheinmetall
Heeresindustrie vor Fusion?

Der neue Chef des Münchner Heerestechnik-Anbieters Krauss-Maffei Wegmann (KMW), Frank Haun, rechnet mit einem deutlichen Wachstum seines Unternehmens: „Unser Umsatz wird in diesem Jahr signifikant zulegen – im zweistelligen Bereich“, sagte er im Gespräch mit dem Handelsblatt.

DÜSSELDORF. Der Auftragsbestand liege bei rund 3,5 Mrd. Euro. „Wir sind zudem seit Jahren profitabel aufgestellt“, sagte Haun, der seit Januar den Posten des Vorsitzenden der Geschäftsführung inne hat.

KMW erzielte im vergangenen Jahr rund 600 Mill. Euro Umsatz. Ein wichtiges Produkt, das dem Unternehmen Wachstum bescheren soll, ist der geschützte Truppentransporter Dingo 2, den die Bundeswehr bereits in Afghanistan einsetzt. „Es gibt weitere Nationen, die am Dingo Interesse haben, und wir werden in den kommenden Monaten mit neuen Aufträge aufwarten können – vor allem aus Europa“, erwartet Haun. Auch in den USA erkenne er ein wachsendes Interesse an KMW-Fahrzeugen. Dort hat die Firma eine Lizenzvereinbarung mit dem US-Konzern Textron.

Seit Jahren wird in der Branche über dien Fusion von KMW steht mit Rheinmetall spekuliert. Siemens will sich von seinem Anteil an KMW trennen, bisher hat sich aber der Mehrheitsinhaber, die Familie Bode, gegen eine Fusion gestemmt.

Die politischen Weichen für ein Zusammengehen der beiden Firmen, die bereits beim Kampfpanzer Leopard, dem neuen Schützenpanzer Puma oder dem Radpanzer Boxer eng kooperieren, werden nach Informationen des Handelsblatts aber gestellt. So hat das Wirtschaftsministerium ein zehn Punkte-Papier zur deutschen Heeresindustrie ausgearbeitet, das nun nach Ergänzungen des BDI im Verteidigungsministerium liegt. Nachdem die Bundesregierung den Zusammenschluss der Marineindustrie vorangetrieben hatte, setzt sie den Fokus nun auf den Heeresbereich. Ziel sei es, so ein Beobachter, die deutschen Anbieter für Übernahmen in Europa zu stärken.

Der neue KMW-Chef gibt sich offen: „Wir verfolgen und begleiten die Konsolidierung der Heeresindustrie in Deutschland. Ich halte eine Verbindung zwischen Rheinmetall Landsysteme und KMW für einen sinnvollen Weg“, sagte Haun. Diese müsse aber auch betriebswirtschaftlich passen.

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