Knapp 19 Millionen GM-Aktien angedient
Kerkorian steigert GM-Anteil geringer als erwartet

Dem US-Milliardär Kirk Kerkorian sind im Rahmen seiner Kauf-Offerte für Aktien von General Motors erheblich weniger Anteile des Autokonzerns angedient worden als erhofft.

HB DETROIT. Kerkorians Investment-Firma Tracinda teilte am Mittwoch mit, insgesamt seien im Rahmen der Offerte knapp 19 Millionen Aktien des weltgrößten Autokonzerns angeboten und nicht zurückgezogen worden. Diese Anteile würden durchweg übernommen. Damit wachse der Anteil Kerkorians an dem mit hohen Verlusten kämpfenden Autohersteller auf rund 7,2 von bisher 3,89 Prozent. Kerkorian hatte Anfang Mai ein Angebot zum Erwerb von bis zu 28 Millionen Aktien zu je 31 Dollar unterbreitet. Analysten schrieben das unerwartet geringe Angebot dem Kurssprung der GM-Aktie nach der Kaufofferte Kerkorians zu. Mit seinem Anteil sei Kerkorian vermutlich der größte Einzelaktionär des Konzerns, sagte ein GM-Sprecher.

Ein Anwalt des Unternehmers hatte erklärt, Kerkorian werde sich nicht in die Belange des Konzerns einmischen. Analysten rechnen allerdings damit, dass Kerkorian versuchen wird auf das GM-Management Druck auszuüben, um den Sanierungsprozess des angeschlagenen Autobauers voranzutreiben. Kerkorian hatte vor gut einem Jahrzehnt mit einem feindlichen Übernahmeversuch den US-Autokonzern Chrysler aufgerüttelt.

Ironischerweise habe offenbar Kerkorian selbst mit seinem Angebot an die GM-Aktionäre den Erfolg seines Angebots beschnitten, erklärten Analysten. Unmittelbar nach der Offerte des Großinvestors am 4. Mai sei der Kurs der GM-Aktie um 18 Prozent auf rund 32,80 Dollar in die Höhe geschnellt. Dies habe offenbar das Vertrauen der Anleger in die Papiere des Autokonzerns gestärkt und sie veranlasst, die Aktien zu behalten und nicht Kerkorian anzudienen. Am Mittwoch notierten GM-Aktien im Vormittagshandel an der Wall Street in einem freundlichen Umfeld mit 32,27 Dollar gut fünf Prozent höher.

GM hatte am Dienstag bei der Hauptversammlung ein einschneidendes Sparprogramm und den Abbau von rund 25.000 Arbeitsplätzen bis 2008 angekündigt. Vergangenen Monat hatte der GM-Vorstand erklärt, das Management stehe den Plänen Kerkorians, seinen Anteil zu erhöhen, neutral gegenüber. „Es ist nicht zu erwarten, dass der relative kleine Prozentsatz an Stammaktien, den Tracinda hält, verbunden mit dem Ziel weitere Anteile für Investmentzwecke zu erwerben, die Handlungsfähigkeit und Zielsetzung des Unternehmens stören wird.“, hieß es.

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