Knorr-Bremse Nach Haldex-Übernahme geht die Einkaufstour weiter

Knorr-Bremse plant nach der Übernahme des Lkw-Bremsspezialisten Haldex weitere Zukäufe. Das kündigte Vorstandschef Klaus Deller an. Welche Firmen er dabei im Visier hat, wollte er nicht sagen.
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Die Einkaufstour ist noch nicht beendet. Quelle: dpa
Knorr-Bremse

Die Einkaufstour ist noch nicht beendet.

(Foto: dpa)

MünchenKnorr-Bremse will nach der geplanten Übernahme des schwedischen Lkw-Bremsspezialisten Haldex weiter zukaufen und so für zusätzlichen Milliardenumsatz sorgen. „Wir sind noch nicht fertig mit dem Aus- und Umbau des Unternehmens“, sagte Vorstandschef Klaus Deller am Montag im Reuters-Interview. Weitere Akquisitionen in der Größenordnung wie Haldex – also rund 500 Millionen Euro – könne es geben. Welche Firmen er dabei im Visier hat, wollte Deller nicht sagen. Die größten Wachstumschancen sieht der Knorr-Bremse-Chef im Wandel hin zu automatisiertem und vernetztem Fahren, regional betrachtet in Asien.

2016 hatte der Münchner Zulieferer sieben Übernahmen angeschoben und zum größten Teil abgeschlossen. „Allein die Akquisitionen eröffnen uns ein zusätzliches Umsatzpotenzial von rund einer Milliarde Euro“, sagte der Knorr-Bremse-Chef auf einer Pressekonferenz. „Wir werden noch mindestens eine Milliarde zu akquirieren haben, wenn wir das Wachstumstempo halten wollen.“

2016 habe Knorr-Bremse „einen kleinen Rücksetzer“ erlebt, was aber in der zyklischen Industrie nicht ungewöhnlich sei. Der Umsatz schrumpfte im vergangenen Jahr um fast sechs Prozent auf 5,49 Milliarden Euro, weil der Markt für Schienenfahrzeuge in China sowie das Nutzfahrzeuggeschäft in Nordamerika nachgaben. Der Jahresüberschuss sackte um fast 100 Millionen Euro ab auf 550 Millionen Euro.

Das sind die größten Autozulieferer
Platz 14: Valeo
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14,5 Milliarden Euro erwirtschaftete der französische Autozulieferer im vergangenen Jahr. Das Unternehmen wirbt unter anderem damit, dass jedes dritte Auto in Europa mit einer Valeo-Kupplung fährt.

Quelle: Berylls Strategy Advisors

Platz 13: Goodyear
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Der US-Konzern ist der weltweit drittgrößte Reifenhersteller und kam 2015 auf einen Umsatz von 15 Milliarden Euro.

Platz 12: Lear Corporation
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Der amerikanische Zulieferer stattet vor allem das Innenleben der Autos aus, unter anderem mit Sitzgarnituren. Mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro kommt Lear auf Rang zwölf.

Platz 11: Faurecia
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Der französische Automobilzulieferer designt und produziert Autositze, Abgasanlagen, Innenraumsysteme und Kunststoff-Außenteile. Die weltweit fast 100.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Jahr 20,7 Milliarden Euro.

Platz 10: Michelin
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Der traditionsreiche französische Reifenhersteller kam 2015 auf einen Umsatz von 21,2 Milliarden Euro.

Platz 9: Johnson Controls
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Eine Batterie steht im Werk Johnson Controls in Hannover auf einem Produktionsband. Der Mischkonzern produziert und vertreibt Innenausstattungen und Elektroniksysteme vieler Autohersteller. Umsatz: 23,9 Milliarden Euro.

Platz 8: Bridgestone/Firestone
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Das japanische Unternehmen ist vor allem für seine Reifen bekannt. Im Jahr 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 24,1 Milliarden Euro.

Die geplante Haldex-Übernahme dürfte nach Einschätzung von Deller die kartellrechtliche Freigabe durch die Behörden in den USA und Europa erhalten. „Das Feedback der Behörden ist positiv“, betonte er und ergänzte: „Wir sind nach wie vor überzeugt, dass die Übernahme im allergrößten Umfang durchgeht.“ Haldex hatte im Zuge des Übernahmekampfes die Befürchtung geäußert, dass die Wettbewerbsaufsicht einschneidende Auflagen verhängt, weil die Schweden und die Bayern direkte Konkurrenten mit vielen Überschneidungen sind. „Selbst wenn wir Teile veräußern müssten, widerspricht das nicht unserer Grundüberzeugung“, sagte Deller. Er geht daher davon aus, den Zukauf wie geplant bis Mitte des Jahres abzuschließen.

Knorr-Bremse will mit dem Kauf des schwedischen Konkurrenten seine Position als Anbieter für das automatisierte Fahren in der Nutzfahrzeugindustrie ausbauen. Wie hoch die Einsparungen und Synergien ausfallen sollen, wollte Deller nicht sagen. Auf die Frage nach dem Beitrag der Haldex-Mitarbeiter und einem möglichen Stellenabbau bei dem schwedischen Konzern antwortete der Knorr-Bremse-Chef: „Wir werden am Anfang strukturell überhaupt nichts machen, wir werden das gemeinsam machen.“

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