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21.11.2007 

Thiele blieb den Bremsen treu, verlagerte Produktion und Absatz. Sein Ziel: Kosten- und Systemführer. Die ersten Gewinne investiert er im Ausland. In den USA übernimmt die Knorr-Bremse mit der New York Air Brake und Westinghouse die wichtigsten Anbieter für Zugbremsen und steigt nach dem Kauf von Bendix auch zum Marktführer im LKW-Geschäft auf. „Aberwitzig, aber erfolgreich“ nannte ein Branchenmanager den internationalen Expansionskurs. In Deutschland einigt sich Thiele mit Bosch auf ein Gemeinschaftsunternehmen für LKW-Bremsen, Bosch hat heute nur noch die Juniorrolle.

Bislang geht die Rechnung auf, Thiele hat die globalisierten Märkte für Bremstechnik im Griff. So hält die Knorr-Bremse bei Zug- und LKW-Bremsen einen Marktanteil von jeweils 40 Prozent – weltweit. Die Konkurrenz ist in dem konzentrierten Markt überschaubar: Bei Schienenfahrzeugen außerhalb Amerikas ist es Faiveley aus Frankreich, bei Nutzfahrzeugen der US-Konzern Wabco.

„Er verhandelt hart in der Sache, hat dabei aber stets das Ziel einer guten Zusammenarbeit im Auge. Das schätze ich sehr“, sagt MAN-Chef Håkan Samuelsson über Thiele. Härte zeigte Thiele vor allem gegenüber der IG Metall. Kürzlich hat er für die deutschen Werke die 42-Stunden-Woche eingeführt, ohne Lohnausgleich. Die deutschen Standorte sollen vor allem in der Entwicklung wachsen. Mit einer Imagekampagne wirbt das Unternehmen um Ingenieure.

Der Patriarch will das Unternehmen weiter in Familienhand halten, einen Börsengang schließt er aus. Die Gewinne bleiben in der Firma oder werden in einer Dachgesellschaft gesammelt. Tochter und Sohn sind beteiligt, bekommen aber kein Geld ausgeschüttet. „Beide sind in der Firma aktiv, das heißt aber nicht, dass sie mir notwendigerweise nachfolgen“, sagt Thiele.

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