Kochgeschirr- und Besteckhersteller
WMF lässt die Finger vom Porzellan

Deutschlands größter Kochgeschirr- und Besteckhersteller WMF zeigt dem Porzellananbieter Rosenthal die kalte Schulter. Der Konzern sei an einem Zukauf im Porzellangeschäft nicht interessiert – dagegen will WMF sein Geschäft mit Kaffeezubereitung weiter stärken.

DÜSSELDORF. „Wir sind an einem Zukauf im Porzellangeschäft nicht interessiert“, sagte WMF-Vorstandschef Thorsten Klapproth im Gespräch mit dem Handelsblatt. Lieber wolle man sich auf Wachstumsmärkte konzentrieren.

Schon im Juni 2008 hatte der irische Mutterkonzern Waterford Wedgwood den inzwischen insolventen Porzellanhersteller Rosenthal zum Verkauf gestellt, Käufer aber fand er bislang nicht. Branchenexperten hatten als ernsthaften Interessenten neben dem italienischen Besteckhersteller Sambonet Paderno Industria und der Münchener Schörghuber-Gruppe schon damals die börsennotierte WMF genannt.

Schließlich zählt Rosenthal zu den wichtigsten Lieferanten der rund 200 Filialen umfassenden konzerneigenen WMF-Kette. Und mit einer Eigenkapitalquote von 55 Prozent ist die mehrheitlich von dem Finanzinvestor Crystal Capital (Capvis) kontrollierte WMF in einer komfortablen Kaufposition. Doch daraus dürfte kaum etwas werden. Klapproth: „An der Herstellung von Porzellan haben wir kein Interesse.“

Akquisitionen soll es dennoch geben. „Wir wollen in unserer Distribution den Anteil der Waren erhöhen, die im eigenen Konzern hergestellt werden“, gibt er die Marschrichtung vor. Bislang stammt nur die Hälfte des Sortiments, das WMF selbst und als Großhändler über 2 000 Handelspartner wie Karstadt oder Kaufhof vertreibt, aus eigener Produktion. Das soll sich ändern. Im kleinen Kreis habe Klapproth die Vorgabe gemacht, künftig 70 Prozent des Umsatzes mit konzerneigenen Marken zu erwirtschaften, berichten Insider. Der Chef selbst hält sich öffentlich mit solchen Zahlen zurück.

Wo es Zukäufe geben könnte, sobald sich eine günstige Gelegenheit bietet, sagt Klapproth dagegen ohne Umschweife: Nicht nur bei Kochgeschirr-Marken halte man „die Augen offen“, auch in der Sparte Kaffeezubereitung werde man die Kernkompetenz weiter ausbauen.

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