Kölleda
DaimlerChrysler will Motorenwerk ganz übernehmen

DaimlerChrysler will seinem ehemaligen Partner Mitsubishi Motors das gemeinsame Motorenwerk im ostdeutschen Kölleda abkaufen. Einen entsprechenden Antrag auf Genehmigung reichte der Autokonzern beim Bundeskartellamt ein.

HB STUTTGART. „Es liegt ein Antrag vor, wonach DaimlerChrysler seinen Anteil von 50 auf 100 Prozent aufstocken will“, sagte ein Sprecher des Bundeskartellamtes am Freitag auf Anfrage. Ein Sprecher von DaimlerChrysler bestätigte die Angaben.

Die MDC Power GmbH mit Sitz im thüringischen Kölleda stellt bislang Motoren für den Mitsubishi Colt und den Smart forfour her. Der Smart forfour allerdings wird im Zuge der Sanierung der defizitären Kleinwagenmarke eingestellt. Künftig soll nur noch der Zweisitzer Smart fortwo produziert werden. Die Motoren dafür werden in Berlin-Marienfelde produziert.

Die geplante Übernahme sei Bestandteil der laufenden Gespräche mit Mitsubishi Motors, sagte der Sprecher von DaimlerChrysler weiter. Zur Zukunft des Standortes mit seinen rund 300 Beschäftigten machte er jedoch keine näheren Angaben. Fest stehe zurzeit nur, dass MDC „auf alle Fälle“ weiter Motoren für den Mitsubishi Colt produzieren werde.

Darüber hinaus bleibe es bei der Aussage, dass „gemeinsam mit Mitsubishi darüber nachgedacht wird, wie man die Auslastung dieses Standorts optimieren kann“, sagte der Sprecher. Konkrete Entscheidungen, wie die Produktion in Kölleda künftig aussehen könnte, gebe es derzeit noch nicht. „Dafür ist es einfach noch zu früh.“ Zum Kaufpreis machte er keine Angaben.

In trockenen Tüchern könnte die Übernahme in frühestens einem Monat sein. Solange hat das Kartellamt Zeit für eine erste Prüfung des Antrags. Auf Bedarf kann diese Frist laut Behörde aber „für eine zusätzliche Prüfung“ um weitere drei Monate verlängert werden.

Die MDC Power GmbH in Kölleda hatte im Dezember 2003 die Produktion aufgenommen. Wegen Auslastungsproblemen war im vergangenen Jahr bereits die Wochenarbeitszeit im Thüringer Motorenwerk von 38 auf 33 Stunden verkürzt worden. Im Gegenzug zu den Lohneinbußen hatten die Beschäftigten eine Arbeitsplatzgarantie bis Ende 2005 erhalten.

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