Kölner Motorenhersteller
Deutz will erneut in China investieren

Der Kölner Motorenhersteller Deutz will weiter kräftig im chinesischen Dalian investieren, denn viel früher als erwartet sind dort die Kapazitäten ausgelastet. Produkte von dem Standort werden allerdings weder in Europa noch in den USA zu kaufen sein.

PEKING. Die Kapazität des erst neuen Produktionsstandortes werde mit 100 000 Motoren bereits 2008 an die Kapazitätsgrenzen stoßen, sagte Vorstandschef Gordon Riske dem Handelsblatt. „Unser Ziel ist, in fünf Jahren deutlich mehr als 150 000 Motoren in China zu bauen“, sagte Riske. Dafür soll der chinesische Standort mit weiteren „30 bis 40 Millionen Euro“ ab 2008 deutlich aufgestockt werden.

Die chinesische Hafenstadt ist für Deutz nach dem deutschen Stammsitz bereits der zweitgrößte Produktionsstandort. Mit dem Gemeinschaftsunternehmen in Dalian sollen gemeinsam mit dem chinesischen Lkw-Bauer China First Automobile Works Group (FAW) vor allem der stark wachsende Markt China, aber auch ganz Asien versorgt werden. Beide Partner arbeiten bereits seit 15 Jahren zusammen. Das Joint Venture war in diesem Monat von Peking genehmigt worden und soll am Mittwoch offizell in Dalian starten. In das neue Werk im Nordosten Chinas haben die Kölner bislang rund 60 Mill. Euro investiert. Dort arbeiten rund 2000 Mitarbeiter, werden Motoren mit einem Hubraum von vier bis sieben Litern gefertigt. In Köln, wo rund 2700 Beschäftigte für Deutz arbeiten, sollen dieses Jahr rund 200 000 Motoren vom Band laufen.

Die Nachfrage nach Deutz-Motoren für Nutzfahrzeuge sowie für Land- und Baumaschinen ist so groß, dass der Hersteller momentan kaum mit der Produktion nachkommt. In der Volksrepublik sei durch den starken Wirtschaftsboom der Bereich Baumaschinen von wachsender Bedeutung, sagte Riske: „Alle deutschen Baumaschinenhersteller sind vor Ort, das ist für uns ein ganz wichtiger Absatzmarkt.“ Aus China sollen Deutz-Motoren aber auch gen Südostasien, Afrika und in den Mittleren Osten geliefert werden. „Zehn bis fünfzehn Prozent der Fertigung aus Dalian sind für den Export vorgesehen“, so der Chef des noch relativ jungen Dax-Unternehmens. Zudem dränge der Partner FAW mit seinen Lastwagen in den Export.

Auf Grund der hohen Abgas-Standards in Europa und auf dem US-Markt stehen diese Länder nicht auf dem Lieferprogramm aus Dalian. Allerdings baut Deutz in China auch sehr umweltfreundliche Motoren. So wird Peking zu den olympischen Spielen mit Motoren für Busse (Abgasstufe vier) beliefert.

Neben den Deutz-Motoren fertigt das neue Joint Venture auch weiterhin in den drei bereits bestehenden Fabriken in Dalian. Hier werden Motoren unter der Marke „Dalian Diesel“ gebaut. Gemeinsam mit dem langjährigen Partner FAW werden zusätzlich pro Jahr knapp 100 000 Motoren der Zweitmarke produziert.

Das Werksgelände in Dalian liegt direkt neben dem neuen Motorenwerk von Volkswagen. Mit Blick auf die Lkw-Pläne von VW schloss Riske einen neuen Schulterschluss in Zukunft nicht aus. „Wir sind schon jetzt nicht nur Nachbarn, sondern teilen uns mit VW zum Beispiel das Heizwerk.“ FAW ist zudem einer der beiden großen Join-venture-Partner von VW in China.

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