Industrie
Koenig & Bauer sieht Krise als überwunden an

Koenig & Bauer, der weltweit drittgrößte Druckmaschinenhersteller, erwartet für das Geschäftsjahr 2004 nach einem guten Verlauf der Druckmesse Drupa eine Verbesserung von Umsatz und Ertrag.

HB DÜSSELDORF. Auf der noch bis zum 19. Mai laufenden Drupa konnte das in Würzburg ansässige Unternehmen bislang Aufträge über 100 Millionen Euro verbuchen, teilte Vorstandschefs Albrecht Bolza-Schünemann am Montag in der Messestadt Düsseldorf mit. Dadurch werde sich der Jahresumsatz 2004 voraussichtlich auf 1,3 (Vorjahr: 1,2) Milliarden Euro erhöhen. „Mit dem Umsatz kommt auch das Ergebnis“, zeigte sich der Vorstandschef optimistisch.

Er bekräftigte seine frühere Prognose, derzufolge das fränkische Traditionsunternehmen 2004 auf Konzernbasis aus der Verlustzone kommen und wieder Gewinn schreiben werde.

Im Auftaktquartal 2004 verharrte Koenig & Bauer aber noch in den roten Zahlen. Der Gewinn vor Steuern vergrößerte sich gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal sogar noch auf 4,3 Millionen Euro von zuvor 3,5 Millionen Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten den Verlust im Durchschnitt auf 3,3 Millionen Euro und damit niedriger als tatsächlich ausgewiesen veranschlagt. Beim Betriebsverlust zeigte sich aber mit aktuell 3,6 Millionen Euro nach zuvor 4,6 Millionen Euro schon ein positiver Trend. Der Umsatz kletterte von Januar bis März um 13,4 Prozent auf 257,9 Millionen Euro.

Die im Nebenwertesegment MDax notierte Koenig-&-Bauer-Aktie wurde im Tagesverlauf in einem insgesamt schwachen Gesamtmarkt bei 18,00 Euro um 1,64 Prozent niedriger gehandelt.

Nach drei schweren Krisenjahren, die die ganze Branche in die Verlustzone trieben, sieht Koenig & Bauer Anzeichen für einen verhaltenen Aufschwung. In vielen Märkten sei die Werbeflaute, die eine der wichtigsten Ursachen der Krise war, mit Anziehen der Konjunktur inzwischen überwunden. Hinzu kämen neue, große Wachstumsmärkte. Vor allem in China sieht Vertriebs-Vorstand Andereas Mößner Wachstumschancen und hier besonders beim Druck von Verpackungen: „Im Verpackungsdruck haben die noch einen irrsinnig hohen Nachholbedarf.“ Den großen Chancen im Reich der Mitte stünden aber auch Risiken gegenüber, etwa durch Plagiate. „Man kann sie nicht verhindern, wir müssen deshalb mit unseren Innovationen immer schneller sein“, sagte Mößner.

Ende voriger Woche hatten bereits die Hauptkonkurrenten von Koenig & Bauer, Heidelberger Druckmaschinen und die MAN-Tochter MAN Roland, eine positive Zwischenbilanz des nur alle vier Jahre stattfindenden Branchentreffs gezogen. Weltmarktführer Heidelberger Druck will am Dienstagmorgen den Wert der auf der Messe akquirierten Aufträge bekannt geben.

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