Kohleausstieg
Energiekonzerne könnten Millionen sparen

Wenn Stromversorger bei Investitionen die steigenden Kosten für klimaschädliche CO2-Emissionen frühzeitig berücksichtigen und auf umweltfreundlichere Technologien umsteigen, können sie Millionenbeträge einsparen und Gewinneinbrüche verhindern. Zu dem Ergebnis kommen Finanzanalysten der New Yorker Researchagentur Innovest in einer Untersuchung möglicher finanzieller Auswirkungen der Klimapolitik auf 14 internationale Stromkonzerne.

BRÜSSEL. Die deutschen Versorger RWE und Eon könnten langfristig 50 Mill. € beziehungsweise 20 Mill. € pro Jahr einsparen, wenn sie von Kohle auf Erdgas umstellten, heißt es in der vom World Wide Fund for Nature (WWF) in Auftrag gegebenen Studie. Eine Klimastudie der WestLB urteilte vor wenigen Monaten, ein Wechsel zu erneuerbaren und schadstoffärmeren Technologien könne Kosten-, Liquiditäts- und Bewertungsrisiken senken und Wettbewerbsvorteile bringen.

Bei von der EU-Kommission mittelfristig erwarteten Preisen von 20 Euro pro t/CO2 könnten fast alle Unternehmen ihre Emissionen im Vergleich zu 2002 um mehr als zehn Prozent reduzieren, folgert Innovest. RWE und Eon könnten die Emissionen sogar um mehr als 25% drücken. RWE ist einer der weltweit vier größten absoluten CO2-Emittenten der Branche mit überdies vergleichsweise stark CO2-haltigem Energiemix. Emissionsminderung verursache für den Konzern relativ hohe Kosten, schreibt auch die WestLB.

Gewinner aller unterschiedlichen Szenarien, die Innovest durchspielte, ist E.on. Da die potentiellen Finanz-vorteile deutlich über den Kosten einer Umstellung lägen, könne sich der Gewinn pro Aktie verdoppeln, berechneten die Amerikaner. Gegenüber Wettbewerbern komme auf den Versorger angesichts eines bereits günstigeren Energiemixes ein mittleres CO2-Kostenvolumen zu. Das bestätigt auch die WestLB. Bei weiterer Umstellung auf Gas sänken nicht nur die Herstellungskosten für Strom, sondern Eon könne stärker als Konkurrenten von steigenden Großhandelspreisen für Erdgas profitieren und überdies durch den Verkauf von Emissionszertifikaten Gewinne erzielen, resümiert Innovest.

Der Ansatz, Unternehmen weltweit zu untersuchen sei lobenswert, jedoch methodisch angesichts unterschiedlicher Märkte, Preiskonstellationen und Politiken schwer umsetzbar, kommentiert RWE die Studie. Zu Details lehnt der Konzern ebenso wie Eon kategorisch eine Stellungnahme ab, solange nicht der zurzeit noch umstrittene Nationale Verteilungsplan der Verschmutzungsrechte für Kohlendioxid (CO2) steht. Die Bundesregierung soll ihn am 31. März der EU-Kommission vorlegen.

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