Kohlefaserspezialist
SGL Group mit heftigem Gewinneinbruch

Der Karbonspezialist SGL Group ist fast in die roten Zahlen gerutscht. Das Unternehmen, deren Produkte den Fahrzeugbau revolutionieren sollen, verdiente 2012 90 Prozent weniger als im Vorjahr.
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WiesbadenBeim Kohlenstoffspezialisten SGL Group haben Probleme im Geschäft mit Karbonfasern und Verbundwerkstoffen im vergangenen Jahr überraschend stark auf den Gewinn durchgeschlagen. „Das Geschäftsjahr 2012 verlief durchwachsen“, räumte Konzernchef Robert Koehler. Das erscheint angesichts der Zahlen, die SGL am Donnerstag vorlegte noch beschönigend.

Der Überschuss brach um 90 Prozent auf 7,2 Millionen Euro ein, das Betriebsergebnis sackte um knapp 40 Prozent auf 100 Millionen Euro ab. Der Umsatz legte um 11 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro zu. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging 2012 um 3,9 Prozent auf 154,2 Millionen Euro zurück. Damit wurden die Analysten enttäuscht, sie hatten mit 161 Millionen Euro gerechnet. Die Aktionäre sollen eine unveränderte Dividende von 0,20 Euro erhalten.

Der Gewinneinbruch dürfte auch die BMW-Großaktionärin und Quandt-Erbin Susanne Klatten wenig erfreuen. Sie ist über ihre Beteiligungsgesellschaft Skion mit knapp 28 Prozent an dem Wiesbadener Unternehmen beteiligt, BMW hält einen Anteil von 16 Prozent. SGL gilt als Hoffnungsträger für den Stoff, der den Fahrzeugbau revolutionieren soll. Das leichte, aber sehr robuste Material Karbon soll Teile im Auto ersetzen, wie etwa Stoßstangen, und damit das Gesamtgewicht der Fahrzeuge stark senken. So soll Sprit gespart werden.

Für das laufende Jahr erwartet Konzernchef Koehler keine Trendwende im Karbonfasergeschäft. Beim Konzernumsatz wird insgesamt eine leichte Steigerung erwartet. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll vorraussichtlich um zehn bis 15 Prozent unter dem Wert von 2012 liegen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Pioniere werden nicht automatisch zu Gewinnern, diese Erfahrung muss die Familie Quandt im Monet bei Winkraftanlagen (Nordex), im Solarbereich und bei der SGL machen.
    Bei Nordex kann man sich fragen, warum sollte hier, aufgrund der Produktionsweise, die Sache anders laufen als, wie beim Schiffbau, der sich in Deutschland nur noch in Nischen hält.
    Auf jeden Fall wünsche ich BMW, SGL und der Familie gleichermassen Glück und Erfolg erfolgreich die industrielle Fertigung der Karbonfasertechnik zu entwickeln und damit auch Fahrzeuge außerhalb von Nischen auf die Beine-- will sagen, auf die Räder zu stellen.

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