Kombi-Nachfolger
Golf-5-Variant kommt nun doch - allerdings aus Mexiko

Der Volkswagen-Konzern will den Kombi-Nachfolger des Modells "Golf" nicht mehr in Wolfsburg fertigen. Für die Produktion dieser Variante des Golf 5 haben die Wolfsburger den Standort Mexiko auserkoren. Eine Unternehmenssprecherin bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der "Wolfsburger Nachrichten".

HB WOLFSBURG. VW hatte zunächst auf den Bau des Modells verzichtet. Das Unternehmen sehe nun aber doch Marktpotenziale für den Golf-5-Variant. Das Auto soll Anfang 2007 auf den Markt kommen. Der Bau des Vorgängers Golf-4-Variant im Werk Wolfsburg laufe im Oktober 2006 aus. In Wolfsburg solle stattdessen der neue Golf Plus, eine Hochvariante des Golf, gebaut werden.

In Mexiko baut VW in seinem Werk in Puebla derzeit den Jetta A-4, den Käfer-Nachfolger New Beetle sowie den Beetle-Cabrio. Von Ende November an wird dort zudem die Produktion des neuen Bora aufgenommen. Aufgrund der vielen Gleichteile ergäben sich hohe Synergieeffekte, sagte eine Sprecherin.

VW hat in Mexiko schwere Jahre hinter sich. Seit dem Rekordjahr 2000, als in Puebla rund 425 000 Autos gebaut wurden, ist die Produktion vor allem wegen Absatzproblemen auf dem Hauptmarkt USA um mehr als 45 % gefallen. Der neue VW-Bora, der demnächst in Mexiko für den gesamten Weltmarkt außer China vom Band läuft, soll die Wende bringen. „Das Jahr 2004 wird hoffentlich die Talsohle gewesen sein, und 2005 wird es wieder deutlich nach oben gehen“, hatte der neue Vorstandsvorsitzende von Volkswagen de México S.A. de C.V., Otto Lindner, vor kurzem gesagt.

Von dem neuen Bora, der Anfang nächsten Jahres auf den US-Markt kommt, erhofft sich der Konzern eine Wende bei den Verkaufszahlen auf dem wichtigen Automobilmarkt. In den USA wirkt sich für Volkswagen zurzeit besonders negativ aus, dass sich die beiden Hauptmodelle des Konzerns, Jetta und Passat, in der letzten Phase ihrer Modellzyklen befinden und daher weniger verkauft werden. Dies hatte in den vergangenen Monaten zu deutlichen Absatzrückgängen geführt.

Für das laufende Geschäftsjahr geht der Konzern wegen Fehlern in der Modellpolitik und negativen Währungseffekten durch den schwachen Dollar in den USA von einem operativen Verlust in Milliardenhöhe aus.Wegen der schleppenden Autokonjunktur und eines schwachen ersten Halbjahres hatte Europas größter Autokonzern seine Gewinnprognose für 2004 gesenkt. Statt eines operativen Ergebnisses vor Sondereinflüssen von 2,5 Mrd. € erwarten die Wolfsburger als schlechtestes Szenario nur noch 1,9 Milliarden.

Wegen der Währungsverluste hatte der Konzern die Absicherungsquote seiner für 2004 in Dollar erwarteten Umsätze durch Devisentermin- und Optionsgeschäfte unlängst erhöht. Daneben produziert der Autobauer verstärkt in Mexiko, um von dort den nordamerikanischen Markt zu beliefern. Negative Währungseffekte durch den starken Euro-Kurs hatten den Vorsteuergewinn im vergangenen Jahr allein um satte 1,6 Mrd. € geschmälert.

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