Kommentar
Eine deftige Niederlage für Piëch

Mit dem Einstieg bei SGL Carbon klärt BMW die Machtverhältnisse: Der Spezialist für Kohlefasern wird jetzt eindeutig vom Münchner Autobauer und seiner Großaktionärin dominiert.
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Der BMW-Clan zeigt Zähne: Am Morgen sicherte sich der Autohersteller 15,6 Prozent an SGL Carbon. Der Spezialist für Kohlefasern wird damit eindeutig von BMW und seiner Großaktionärin Susanne Klatten dominiert.

Die Münchener gehen auf Nummer Sicher: Seitdem sich VW-Patriarch Piech zehn Prozent an dem Zulieferer sicherte, herrschte Alarmstimmung im Hause BMW. Jetzt sind die Machtverhältnisse bei SGL geklärt.

SGL ist ein Schlüsselunternehmen für die Zukunft der Autoindustrie. Als einziger europäischer Hersteller sind die Wiesbadener in der Lage, die leichten und extrem belastbaren Kohlefasern in die Massenproduktion zu bringen. BMW will in zwei Jahren Elektroautos mit der leichten Kohlefaser auf den Markt bringen und damit die Konkurrenz deklassieren. Volkswagen und seine Premiumtochter Audi drohen abgehängt zu werden.

Deshalb sind die beiden mächtigsten Autodynastien Deutschlands beim Thema SGL so heftig aneinander geraten. Monatelang belauerten sich die Rivalen und warteten auf den nächsten Zug des Gegners. Zu keinem Zeitpunkt vertrauten BMW-Chef Reithofer und seine Großaktionärin Klatten den Beteuerungen aus Wolfsburg, der Einstieg von Volkswagen bei SGL sei eine "reine Finanzbeteiligung" gewesen.

Für Ferdinand Piech ist der heutige Tag eine deftige Niederlage: Piech und Winterkorn müssen sich fragen lassen, warum sie beim Thema Kohlefaser so lange gewartet haben. Jetzt müssen sich die Wolfsburger beim Schlüsselthema Leichtbau von BMW vorführen lassen.

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  • Sehr geehrte Damen und Herren,

    wie Herr Gorbatschow vor vielen Jahren schon sagte: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben"!

    Mit herzlichen Grüßen,
    Prof. Dr. Maurits van den Noort

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