Kommentar
Hej då, Saab

Das Ende von Saab war unausweichlich und nach der Übernahme des schwedischen Autobauer durch General Motors absehbar. Ein Kommentar.
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StockholmDas war’s. Saab ist Geschichte. Schade, aber unausweichlich. Als die drei Richter des kleinen Amtsgerichts in Vänersborg ganz in der Nähe des Saab-Firmensitzes in Trollhättan um Punkt 14 Uhr den Antrag auf Gläubigerschutz für Saab ablehnten, ging ein Stück schwedischer Automobilgeschichte ins Grab. Die einstige Kultmarke, die mit oft innovativen Lösungen – der Turbo-Motor ist eine Saab-Entwicklung - , oft skurilen Einfällen – man denke an das Zündschloss in der Mittelkonsole - weltweit eine kleine, aber treue Fangemeinde hatte, ist am Ende. Zwar will sich Saab-Chef Victor Muller auch nach dem jüngsten Totalcrash noch nicht geschlagen geben, doch alles andere als das Aus für das schwedische Unternehmen wäre ein Wunder.

Saab, 1937 als Flugzeughersteller Svenska Aeroplan Aktiebolaget gegründet, hatte es von Beginn an schwer. Der erste, dem Querschnitt eines Flugzeugflügels nachempfundenen Saab 92, der ab 1949 verkauft wurde, fand zunächst vor allem im Heimatland Schweden viele Liebhaber, doch international wurde weder dieser „Ur-Saab“ noch die nachfolgenden Modelle zu Verkaufsschlagern. Das ist schade, denn Saab hat nicht nur in der Motorentechnik lange Zeit die Nase weit vorn gehabt, auch die in Trollhättan entwickelten Sicherheitskonzepte stehen bis heute Modell für viele Innovationen.

Doch in dem harten Wettbewerb in der globalen Automobilbranche kann man nur mit Emotionen allein nicht überleben. Man muss vielmehr seine Autos auch verkaufen können. Das ist Saab schon seit langem nicht mehr gelungen. Als dann im Jahr 1990 der US-Riese General Motors bei Saab zunächst mit 50 Prozent, zehn Jahre später mit 100 Prozent einsteigt, ist das Schicksal von Saab im Prinzip besiegelt. Denn die US-Manager versuchten von Beginn an, die Kultmarke in das massentaugliche Korsett der GM-Produktpalette zu zwängen. Das musste schief gehen, und es ging schief. Saab verlor immer mehr die eigene Identität und ließ sich zuletzt kaum noch von einem Opel oder einem Chevrolet unterscheiden.

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