Kommentar
It's the car, stupid!

Fiat und Chrysler haben viele Probleme gelöst. Nur das größte nicht: nämlich eine attraktive und breit aufgestellte Produktpalette aufzubauen. Genau da wird sich aber das Schicksal des Konzerns entscheiden. Ein Kommentar
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DüsseldorfEin ehemals bankrotter Autokonzern aus den USA und ein kränkelnder aus Italien - das klingt nicht nach einer besonders lebendigen und zukunftsfähigen Partnerschaft. Doch genau die will und muss Sergio Marchionne schmieden. Also wird neu strukturiert, sollen Synergien genutzt und Ballast abgeworfen werden. Fragt sich nur, ob das alleine reicht.

Keine Frage: Ballast hat Marchionne im Moment jede Menge. Das unprofitable Werk auf Sizilien hat er verkauft, zudem ist Fiat aus dem italienischen Industrieverband ausgetreten. So lassen sich andere Löhne aushandeln.

Sein Hauptproblem löst er damit aber nicht: die veraltete Modellpalette von Fiat. Als einzige echte Neuheit ist Anfang 2012 der Panda in Sicht. Doch der allein kann die Verkaufszahlen von Fiat nicht retten. Zu groß ist der Preisdruck in dem Segment, zu klein der Gewinn pro Auto. Besser wird es auch mit dem Kleinstwagen Topolino nicht, selbst mit hohen Stückzahlen lässt sich hier nur schwer Geld verdienen. Es reicht nicht, in Italien Kleinwagen zu verkaufen. Außerhalb des - inzwischen auch rückläufigen - Fiat-Stammmarktes hat sich die Konkurrenz in Stellung gebracht. Im Kernbereich, den Klein- und Kompaktwagen, gab es bei Fiat seit 2007 keine echte Neuheit mehr.

Bessere Margen verspricht die obere Mittelklasse, die Lancia mit dem Modell "Thema" erobern soll, der baugleich mit dem Chrysler 300 C ist. Doch in den vergangenen Jahren konnte sich weder Lancia als Premium-Hersteller noch der Chrysler 300C in Europa als Alternative zu A6, 5er und E-Klasse etablieren. Warum soll es jetzt ein Chrysler mit Lancia-Logo besser machen? Beide Marken genießen - mit Ausnahme von Italien und den USA - keinen besonders guten Ruf.

Fiat hat einige Trends verschlafen. Seit Jahren drängen die Autobauer auf den chinesischen Markt, weder Fiat noch Chrysler sind dort nennenswert vertreten. Auf der IAA präsentierte nahezu jeder Hersteller einen seriennahen Prototypen oder ein Concept Car mit einem alternativen Antrieb - egal ob Elektro, Wasserstoff oder Hybrid. Was zeigte der Fiat-Konzern? Einen SUV-Dino von Maserati, den Roadster eines 571-PS-Ferrari, einen Mittelmotor-Sportwagen von Alfa Romeo, aufgeblasene amerikanische Autos von Lancia und Abarth-Versionen der Fiat-Kleinwagen. Die Zukunft sieht anders aus.

Fiat ist mit seinen Produkten im Moment nicht gut aufgestellt. Das können sowohl die Neuheiten Panda und Topolino als auch die konjunkturell bedingten Gewinne von Chrysler nicht überdecken. Das ist vor allem deshalb ein Problem, weil Konkurrenten wie Ford oder Hyundai heute schon mit genau den Autos punkten, die bei Fiat noch nicht einmal am Horizont zu sehen sind. Die Zeit läuft.

Fiat und Chrysler zehren von Modellen aus der Vergangenheit. Jetzt muss dringend ein nachhaltiger Erfolg her. Auf den Konzern kommen harte zwei bis vier Jahre zu. In denen wird sich zeigen, ob das Konzept von Marchionne funktioniert - und das Doppel Fiat/Chrysler überleben kann.

Sebastian Schaal
Sebastian Schaal
Handelsblatt Online / Redakteur

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  • Ja Fiat ist tatsächlich nicht gut aufgestellt
    wieviel verlust macht Sie doch indem Sie keinen
    Kombi/Familiare mehr im programm hat der letzte echte war der Marea.In Europa fährt jeder 3 einen Kombi.
    Die Italienischen Kumunalen Fahrzeuge sind teilweise auf Skoda um gesattelt da keine Italienische Alternative.m

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