Kommentar: Opels kurzer Sologang ist zu Ende

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Opels kurzer Sologang ist zu Ende

Nick Reilly wird neuer Europachef von General Motors. Die entscheidenden Weichen kann die Tochter Opel damit nicht mehr selber stellen. Das muss kein Fehler sein. Ein Kommentar von Florian Brückner .
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Jetzt ist Opel also wieder da, wo der deutsche Autobauer auch schon vor der Krise des Mutterkonzerns General Motors war. Mit der Beförderung von Opel-Chef Nick Reilly zum Leiter des gesamten Europageschäfts schafft GM wieder altbekannte Strukturen - und beendet de facto den kurzen deutschen Sonderweg von Opel.

Als GM-Chef und Vorsitzender des Aufsichtsrats von Opel soll Reilly wie einst der heutige Tata-Manager Carl-Peter Forster das gesamte Europageschäft der Amerika koordinieren - also Opel, Chevrolet und Cadillac. Auch wenn Reilly verspricht, sich nicht ins operative Geschäft von Opel einzumischen, ist damit klar, dass Reilly die Weichen stellen wird - und nicht der neue Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke. Und genauso klar ist, dass Reilly damit vor allem das Wohl von GM im Auge hat, das nicht unbedingt im Einklang mit dem stehen muss, was die Opelaner in Rüsselsheim und Bochum für das Beste von Opel halten.

Und wie Reilly die beiden Marken Chevrolet und Opel austarieren wird, ist noch nicht raus - genauso wenig wie es jetzt um die Auslandsträume von Opel bestellt ist. Ob Opel jetzt etwa auf den chinesischen Markt neben all den anderen GM-Marken auch noch wie beabsichtigt und angekündigt  sein Glück versuchen wird, bleibt mal abzuwarten.

Dass mit Karl-Friedrich Stracke ein renommierter Ingenieur an die Spitze bei Opel gesetzt wurde, passt da nur ins Bild - und ist noch dazu ein kluger Schachzug. Als Chefentwickler von GM steht Stracke wie wenig andere Ingenieure bei GM für das neue (alte) Verbunddenken bei GM: Gemeinsam entwickeln, unter separaten Marken verkaufen. Schönes Beispiel hierfür ist zum Beispiel das Elektroauto Volt, das - unter Stracke entwickelt - quasi baugleich auch als Opel Ampera auf den Markt kommt. Alleingänge Marke Forster sind von Stracke - der unter dem einstigen Chef-Sanierer Ed Whitacre zum obersten Entwickler aufstieg - kaum zu erwarten.

Für GM hat Stracke auch noch den zusätzlichen Pluspunkt, dass er als profilierter deutscher Ingenieur prima die Positionierung von Opel als deutsche Marke verkörpern kann - und gleichzeitig bei den Opelanern kaum für befremden sorgen dürfte. Ganz im Gegenteil: Gilt Reilly im GM-Konzern als ehrlicher wie harter Sanierer und Feuerlöscher, steht Stracke hingegen fürs technologische Knowhow des Konzerns, also genau für das, was die Opel-Beschäftigten am liebsten haben.

Das ändert freilich nichts daran, dass Stracke wie auch Opel vor einer harten Zeit stehen: das Europageschäft schreibt immer noch keine schwarzen Zahlen. Stracke muss liefern, und zwar mehr als nur schöne Autos und gute Motoren. Gleiches gilt natürlich auch für Reilly.

Alles in allem ist die Rückkehr auf den alten Weg im Prinzip richtig. Volkswagen zeigt eindrucksvoll, dass ein Mehr-Marken-Konzern zentral geführt werden muss. Solowege der einzelnen Marken führen langfristig nicht nur in die Irre, sondern kosten vor allem eine Menge Geld. Fragt sich letztlich nur, ob GM mit der neuen alten Europa-Spitze nicht wieder auf den bürokratischen Irrsinn aus alten Zeiten zusteuert. Gegenwärtig sieht es nicht danach aus. Reilly will weiter in Rüsselsheim bleiben und nicht wie seine Vorgänger in Zürich seine Zelte aufschlagen. Das ist ja immerhin schon einmal etwas.

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  • Mit Verlaub: was war am Weg in der Vergangenheit für Opel richtig? Ich habe in meinem bisherigen Leben nur einen stetigen Abstieg der Marke Opel erlebt -was mit Sicherheit vom Mutterkonzern zu verantworten war.
    .
    Die amerikanischen Autos haben keine Chance hier auf dem Markt. Da sollten die Konzernlenker, wenn sie klug wären, eigentlich kleinere Brötchen backen.

  • Mit Verlaub: was war am Weg in der Vergangenheit für Opel richtig? Ich habe in meinem bisherigen Leben nur einen stetigen Abstieg der Marke Opel erlebt -was mit Sicherheit vom Mutterkonzern zu verantworten war.
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    Die amerikanischen Autos haben keine Chance hier auf dem Markt. Da sollten die Konzernlenker, wenn sie klug wären, eigentlich kleinere Brötchen backen.

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