Kommentar zum Schaeffler-Börsengang Weiterwursteln war keine Lösung

Die Verschuldung ist ein Bremsklotz für Schaeffler. Maria-Elisabeth Schaeffler und ihr Sohn Georg schaffen dem Familienkonzern mit dem Börsengang Spielraum für Investitionen. Ein Kommentar.
Mit Glück und Geschick die Krise überstanden. Quelle: dpa
Georg und Maria-Elisabeth Schaeffler

Mit Glück und Geschick die Krise überstanden.

(Foto: dpa)

In der Krise hat Maria-Elisabeth Schaeffler gekämpft wie eine Löwin. Ihr Ziel dabei stets: Die Kontrolle über den Konzern zu behalten und damit das Erbe ihres Mannes zu bewahren. Auch als viele den hochverschuldeten Konzern schon abgeschrieben hatten, war ein Verkauf oder der Einstieg eines Mehrheitsinvestors für sie nie eine Option.

Die Rechnung ging auf: Mit Glück und Geschick überstand das Unternehmen die Krise nach der Übernahme des dreimal größeren Konkurrenten Continental. Maria-Elisabeth Schaeffler zählt wieder zu den reichsten Deutschen.

Axel Höpner ist Redakteur im Ressort Unternehmen & Märkte und Büroleiter in München. Quelle: Pablo Castagnola
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Axel Höpner ist Redakteur im Ressort Unternehmen & Märkte und Büroleiter in München.

(Foto: Pablo Castagnola)

Auch wenn Schaeffler inzwischen wieder auf stabilen Beinen steht: Der Börsengang, den das Unternehmen am Montag angekündigt hat, ist der richtige Schritt. Denn operativ gehört das Unternehmen zwar weiterhin zu den profitabelsten Autozulieferern weltweit. Und dank der geschickten Refinanzierungen von Vorstandschef Rosenfeld ist der Schuldendienst inzwischen beherrschbar. Doch viel kleiner geworden ist der Schuldenberg bei Holding und AG von anfangs deutlich über zehn Milliarden Euro in den vergangenen Jahren nicht.

Das ist ein Hemmschuh in Zeiten, in denen sich die Automobilindustrie rasant verändert. Es sind nicht mehr nur mechanische Lösungen gefragt, wie sie Schaeffler stets gut beherrschte. Die Wertschöpfung verlagert sich, gefragt ist elektronische und digitale Expertise. Maria-Elisabeth Schaeffler hatte das früh erkannt. Und deswegen in die Conti-Übernahme investiert. An dem zu großen Happen hätten sich die Herzogenauracher zwar fast verschluckt – die Übernahme war komplett fremdfinanziert, das rächte sich in der Finanzkrise. Doch war der Schritt strategisch richtig.

Inzwischen ist die Beteiligung an Conti auch deutlich mehr Wert, als der Schuldenberg hoch ist. Doch da Maria-Elisabeth Schaeffler und ihr Sohn Georg das Paket nicht verkaufen wollen, ist die Verschuldung ein Bremsklotz. Die Schaeffler AG muss in den nächsten Jahren viel Spielraum für Investitionen und Übernahmen haben. Daher war Weiterwursteln keine Lösung.

Das sind die größten Autozulieferer
Platz 14: Valeo
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14,5 Milliarden Euro erwirtschaftete der französische Autozulieferer im vergangenen Jahr. Das Unternehmen wirbt unter anderem damit, dass jedes dritte Auto in Europa mit einer Valeo-Kupplung fährt.

Quelle: Berylls Strategy Advisors

Platz 13: Goodyear
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Der US-Konzern ist der weltweit drittgrößte Reifenhersteller und kam 2015 auf einen Umsatz von 15 Milliarden Euro.

Platz 12: Lear Corporation
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Der amerikanische Zulieferer stattet vor allem das Innenleben der Autos aus, unter anderem mit Sitzgarnituren. Mit einem Umsatz von 16,7 Milliarden Euro kommt Lear auf Rang zwölf.

Platz 11: Faurecia
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Der französische Automobilzulieferer designt und produziert Autositze, Abgasanlagen, Innenraumsysteme und Kunststoff-Außenteile. Die weltweit fast 100.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im vergangenen Jahr 20,7 Milliarden Euro.

Platz 10: Michelin
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Der traditionsreiche französische Reifenhersteller kam 2015 auf einen Umsatz von 21,2 Milliarden Euro.

Platz 9: Johnson Controls
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Eine Batterie steht im Werk Johnson Controls in Hannover auf einem Produktionsband. Der Mischkonzern produziert und vertreibt Innenausstattungen und Elektroniksysteme vieler Autohersteller. Umsatz: 23,9 Milliarden Euro.

Platz 8: Bridgestone/Firestone
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Das japanische Unternehmen ist vor allem für seine Reifen bekannt. Im Jahr 2015 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 24,1 Milliarden Euro.

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