Kommission droht mit Millionenbußgeld
EU verschärft Kartellverfahren gegen Eon und GdF

Die EU-Kommission droht dem Energiekonzern Eon erneut mit einer Geldbuße wegen möglicher Absprachen auf dem Gasmarkt. Die Wettbewerbshüter haben die die führenden Erdgasanbieter Deutschlands und Frankreichs schriftlich über die genauen Beschwerdepunkte informiert.

HB BRÜSSEL. Die beiden Konzerne sollen nach der Liberalisierung des europäischen Erdgasmarktes abgesprochen haben, sich jeweils vom Heimatmarkt des anderen fernzuhalten. Die EU-Kommission hatte das Verfahren im Juli 2007 eröffnet, nachdem sie die Unternehmen im Jahr zuvor unangekündigt überprüft hatte.

Die rechtswidrigen Vereinbarungen könnten vor allem Lieferungen von Erdgas über die Megal-Pipeline betreffen, die Eon und GdF gemeinsam gehört. Durch diese wird Erdgas von Tschechien durch Süddeutschland nach Österreich und Frankreich befördert. Die Unternehmen können jetzt schriftlich Stellung nehmen und eine Anhörung beantragen, wie die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mitteilte. Erst danach entscheidet die Kommission, ob sie gegen Kartellrecht verstoßen haben. Auf die Firmen könnte dann ein Bußgeld in Millionenhöhe von bis zu zehn Prozent des Jahresumsatzes im betroffenen Geschäftsfeld zukommen.

GdF hatte zuvor bekanntgegeben, das Beschwerdeschreiben von der EU am Mittwoch erhalten zu haben. Das Unternehmen bekräftigte, der EU alle Informationen zur Verfügung stellen zu wollen. Die Untersuchung betreffe „Vorgänge, die es einige Jahre vor der vollständigen Deregulierung des europäischen Energiemarktes gab und die jetzt abgestellt sind.“ Die Europäische Kommission setzt die Energiekonzerne in Europa seit Monaten unter Druck, Blockaden gegen den Wettbewerb abzubauen. Eon und RWE sagten der Kommission den Verkauf von Übertragungsnetzen zu, um Kartellstrafen abzuwenden. Bei Eon betraf das den Strommarkt, bei RWE den Gasmarkt. Gegen GdF eröffnete Brüssel im Mai ein Kartellverfahren. Parallel dazu wird über eine Energiemarktreform in der EU verhandelt, deren Ziel mehr Konkurrenz gegen die Großkonzerne ist.

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