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Kommunalversorger: MVV baut Windparks lieber an Land

exklusiv Die Mannheimer MVV Energie, der einzige börsennotierte Stadtwerke-Konzern Deutschlands, hält Offshore-Parks für Kommunalversorger schlicht für unrentabel und zu riskant – und setzt lieber auf Windenergie an Land.

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Georg Müller ist seit Januar 2009 Chef des Mannheimer Energieversorgers MVV. Quelle: dpa
Georg Müller ist seit Januar 2009 Chef des Mannheimer Energieversorgers MVV. Quelle: dpa

„Offshore-Windparks sind für uns angesichts der hohen Kosten in Verbindung mit den technischen Risiken derzeit nicht attraktiv“, sagte Vorstandschef Georg Müller im Gespräch mit dem Handelsblatt (Mittwoch). „Jedes Projekt muss profitabel sein. Deshalb investieren wir in Onshore-Windkraft.“

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Windparks auf dem Festland seien im Gegensatz zu den Offshore-Anlagen technologisch erprobt, sagte Müller. Nach seinen Worten gibt es auch noch genügend Standorte – beispielsweise in Baden-Württemberg. Eines der größten Probleme, der Widerstand der Bürger gegen Anlagen in ihrer Nachbarschaft, habe sich gelegt: „Die Akzeptanz für die Windräder ist durch die Energiewende gestiegen.“

Die Windenergie spielt in den Plänen der Bundesregierung, bis 2020 den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromproduktion von derzeit 20 auf 35 Prozent zu erhöhen, eine große Rolle. Die Politik setzt dabei aber vor allem auf große Windparks vor den Küsten von Nord- und Ostsee, die dank kräftiger Winde eine große Ausbeute haben und mit einer Gesamtleistung von mehreren Hundert Megawatt die Leistung von Gas- und Kohlekraftwerken erreichen können.

Die Entwicklung stockt aber. Der Anschluss an die Stromnetze verzögert sich, und die Behörden kommen nicht mit der Genehmigung hinterher, wie jüngst der Erneuerbare-Energien-Chef von RWE Fritz Vahrenholt klagte.

8 Kommentare

  • 18.01.2012, 12:56 UhrAnonymer Benutzer: vandale

    Hallo Marcel, der Rückbau des Kernkraftwerks Mühlheim Kärlich kostet z.B. gem. RWE 725 Mio. €. In den USA kalkuliert man etwa 400 Mio. $. Der Unterschied liegt darin begründet, dass man Leichtradioaktiven Schrott in den USA wie auch in Frankreich dem Schrottaufkommen beimischt. Des weiteren hat man in Deutschland den Erfinder der "Ungelösten Endlagerfrage" eine Leitende Funktion in der Atomaufsicht gegeben und so skandalisiert man technisch sehr gute Lösungen wie das Versuchsbergwerk Asse, verursacht sinnlose Kosten wie im Fall Konrad.
    Die Entsorgungskosten werden in den USA 0,1C($)/kWh zurückgelegt, EDF (F) kalkuliert mit 0,1c(€)/kWh für Wiederaufbereitung und Endlagerung. Die geringen Mengen problematischer Abfälle sind sicherlich ein grosser Vorteil gerade gegenüber Wind und Sonnenenergie. Bitte bedenken Sie die Mengen chemotoxischer Abfälle, z.B. Cadmiumtelluridhaltige Abfälle aus der Solarzellenproduktion, PCB haltige Transformatoren ehemaliger Windmühlen, die man im ehemaligen Bergwerk Herfa Neurode einlagert.

    Es mag sein, dass die "Ungelöste Endlagerfrage" die erfolgreichste Oekolegende in Deutschland, erfolgreicher als die CO2 Klimahölle bei der die Unbotmässigen erschwitzen, erfolgreicher als das Waldsterben bei der man ersticken sollte, ist. Sachlich ist dies schwer verständlich. Rein von den Fakten ist diese Legende am dünnsten und abwegigsten.

    Vandale

  • 18.01.2012, 12:16 UhrAnonymer Benutzer: Marcel

    Hallo Vandale,

    vielen Dank für Ihre Ausführungen.

    Die Vergütung für Windenergie-Onshore beträgt ab 2012 9,41c/kWh ohne zukünftige Endlagerkosten. Für Rückbau sind realistisch 0,0008c/kWh zu kalkulieren.

    Können Sie bitte in Ihren Betrachtungen die Rückbau- und Endlagerkosten mit einkalkulieren und mir dann den Produktionspreis der kWh aus einem AKW nennen.

    Es scheint so, als ob Sie ebenfalls einer starken Religiosität erlegen sind, allsdings gegenüber AKW.

    Marcel

  • 18.01.2012, 11:48 UhrAnonymer Benutzer: vandale

    Hallo Marcel, sofern man meinen Kommentar aufmerksam liest, sprach ich nicht vom Kostenaufwand, sondern vom Materialaufwand. Der Vergleich bezieht sich auf die Tonnagen Beton, Stahl, Kupfer... Hierbei hatte ich ein Kernkraftwerk vom Typ Westinghouse AP1000 (mehrere Blöcke in China im Bau, in den USA in der Bauvorbereitung(Vogtle)) welches etwas innovativer ist als der EPR mit 2 MW Windmühlen Land inkl. je 1000to Fundament, verglichen.

    Ein derartiger Vergleich ist natürlich unvollständig als eine Windmühle zu grossen Teilen Low-Tech ist, ein Kernkraftwerk eine moderne sehr komplexe Technologie mit viel höherem Prüfaufwand, Dokumentationsaufwand darstellt.

    Ich stimme überein, dass der Preis eines Gutes ein gut geeignetes Kriterium ist den Gesamtaufwand, eine energetische Amortisation und die Umweltbelastung abzuschätzen. Wenn man neue Windmühlen, Einspeisevergütung Land 9,7c/kWh, Wert des Zufallsstroms ca. 1c/kWh mit einem neuen Kernkraftwerk vergleicht, Kosten bei Abschreibung über 30 Jahre, 5% kalkulatorischer Zins, ca. 1,5c/kWh Betriebskosten 2,5 - 3c Kapitalkosten, so bedarf es einer starken Religiosität um eine Windmühle als umweltfreundlich zu bezeichnen.

    Vandale

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