Kommunalversorger
Verkauf der Thüga stockt

Eon stößt beim Verkauf seiner Stadtwerke-Holding Thüga auf Probleme. Der bislang einzige ernsthafte Interessent, ein Konsortium von mehreren Kommunalversorgern, hat sich nach Informationen des Handelsblatts zerstritten. Die Mannheimer MVV Energie und die Kölner Rheinenergie sind ausgestiegen - Grund seien Differenzen über die Pläne nach einer Übernahme.

DÜSSELDORF. Dies wurde aus Kreisen der beiden Kommunalversorger bekannt. Damit haben sich die Erfolgschancen des Konsortiums ebenso verringert wie Eons Aussichten auf eine zügige Veräußerung.

Eon-Chef Wulf Bernotat prüft seit Monaten den Verkauf der Thüga. In der Holding hat der Energiekonzern rund 110 Beteiligungen an Kommunalversorgern in 90 Städten gebündelt - zumeist allerdings Minderheitsanteile. Die Stadtwerke und Regionalversorger kommen gemeinsam auf einen Umsatz von 15,5 Mrd. Euro und haben 3,5 Mio. Strom- und 3,9 Mio. Gaskunden. Eon sieht für sich keine Wachstumschancen mehr mit der Thüga, weil das Bundeskartellamt die Verflechtung mit den Stadtwerken kritisch beäugt.

Der Verkauf ist aber schwierig, weil Eon nur bei einer kompletten Abgabe umfangreiche Mitsprache- und Vorkaufsrechte der anderen Anteilseigner ausschließen kann. Das gesamte Paket ist zudem teuer - in Branchenkreisen wird der Preis auf vier Mrd. Euro geschätzt - und nicht für jeden Erwerber attraktiv, weil das Gebilde schwierig zu beherrschen ist. Es gibt deshalb auch noch keinen formellen Verkaufsprozess. Eon sondiert aber schon seit Monaten zusammen mit der Investmentbank Goldman Sachs die Interessen.

Im kommunalen Konsortium haben sich mehrere Stadtwerke zusammen geschlossen, die jeweils ein Anteilspaket übernehmen wollen. Federführend ist eine Gruppe um die Stadtwerke Hannover, N-Ergie aus Nürnberg und die Frankfurter Mainova, die an rund 45 Prozent interessiert sein soll. Die MVV und Rheinenergie waren die zweitstärkste Gruppe und an 25 Prozent interessiert. Hinzu kommen noch eine Gruppe von Kommunalversorgern um die Badenova aus Freiburg und einige einzelne Stadtwerke. Das Konsortium treibt die Pläne entschlossen voran und hat unter anderem die Investmentbank Rothschild beauftragt.

Seite 1:

Verkauf der Thüga stockt

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%