Kommunikation
Löscher räumt Fehler beim geplanten Stellenabbau ein

Siemens-Chef Peter Löscher hat Kommunikationsfehler beim geplanten umfangreichen Stellenabbau in seinem Konzern eingeräumt. Dem Nachrichtenmagazin "Focus" sagte Löscher, aus heutiger Sicht sei es "sicher falsch" gewesen, schon im November anzukündigen, bei Verwaltung und Vertrieb 1,2 Milliarden Euro pro Jahr einsparen zu wollen, obwohl klar gewesen sei, dass die Details monatelang nicht mitgeteilt werden könnten.

HB MÜNCHEN. Siemens will nach Handelsblatt-Informationen noch mehr als die bereits bekannten 15 000 Stellen streichen. Von weltweit rund 17 000 Jobs in mehreren Sparten ist jetzt die Rede. Das sind 2000 mehr als bislang bekannt. Vertrieb und Verwaltung sind mit 12 500 Stellen betroffen, erfuhr das Handelsblatt aus Konzern-Kreisen. Der Rest verteilt sich auf die Bereiche Verkehrstechnik und Medizintechnik, heißt es.

Siemens hat dies bislang nicht kommentiert. Informationen über das Ausmaß des Abbaus liegen auch nicht der IG Metall vor, wie deren Bezirksleiter Werner Neugebauer im Bayerischen Rundfunk sagte. Auch der IG-Metall-Vorsitzende Berthold Huber, Mitglied im Aufsichtsrat, habe keine Informationen.

Neugebauer forderte, den Beschäftigten müsse eine Perspektive geboten werden, und drohte mit Widerstand. Siemens habe eine Verantwortung für die Menschen. Wenn dies nicht erfüllt werde, "gebe es Krach auf breiter Ebene", sagte Neugebauer. Der IG-Metall-Bezirksleiter rief die Beschäftigten auf, ihren Unmut auf außerordentlichen Betriebsversammlungen zu äußern.

Löscher verteidigte laut "Focus" auch sein Vorhaben, Siemens-Managern künftig einen Teil ihrer Bezüge in Form von Siemens-Aktien auszugeben. Diese sollen sie erst verkaufen dürfen, wenn sie das Unternehmen verlassen. Dies solle das Augenmerk stärker auf den langfristigen Konzernerfolg lenken, sagte Löscher.

Unterdessen begrüßte Aufsichtsratschef Gerhard Cromme das Vorhaben Löschers, mehr Frauen und mehr Ausländer ins Management zu holen. "Das ist mit Sicherheit eine richtige Sache", sagte Cromme dem Sender n-tv.

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