Komplettübernahme
Radici rettet Steilmann vor Insolvenz

Die Übernahme durch einen Konkurrenten rettet den Bochumer Textilkonzern Steilmann zunächst vor der Pleite. Der Bekleidungskonzern Miro Radici aus Bergkamen soll sich das Traditionsunternehmen komplett einverleiben.

HB DÜSSELDORF. Eine entsprechende Entscheidung sei am Mittwochabend „in letzter Minute“ getroffen worden, um die drohende Insolvenz abzuwenden, sagte ein Steilmann-Sprecher am Donnerstag in Bochum. Nun müssten die Verträge ausgearbeitet werden. Zuvor hatte Ute Steilmann, die Geschäftsführerin der Gruppe, der Belegeschaft am Mittwoch Insolvenzanträge für die Muttergesellschaft und alle Tochterunternehmen angekündigt. Nach Auskunft eines Firmensprechers war dieser Schritt notwendig geworden, da in den vergangenen Wochen mehrere Aufträge bei ohnehin schwachen Umsätzen weggebrochen seien. Nach Angaben des Bochumer Amtsgerichts wurde bis Donnerstagmorgen noch kein Insolvenzantrag für die Steilmann-Gruppe eingereicht. Von einer Pleite wären nach Angaben des Betriebsrates über 500 Arbeitsplätze betroffen.

Miro Radici hatte dem Bochumer Unternehmen Steilmann bereits früher unter die Arme gegriffen. Vor drei Jahren hatte Radici etwa die Hälfte der Steilmann-Gruppe erworben. Damals musste Steilmann in einer ersten Krise rund 750 Mitarbeiter entlassen, um eine Pleite abzuwenden.

Miro Radici ist seit geraumer Zeit auf Einkaufstour in Deutschland. Nach dem Einstieg bei Steilmann folgte der Kauf von vier Boecker-Textilhäusern in Westfalen. Im Sommer 2005 übernahm die Firma mit dem US-Finanzinvestor SB Capital die Aachener Textilkette Wehmeyer von der in Schieflage geratenen KarstadtQuelle. In Frühjahr diesen Jahres erwarb Miro Radici von der Bremer Nordfinanz-Bank 80 Prozent der Anteile an der Jansen Textil GmbH in Wesseling, die Lebensmittelhändler, Textilfilialisten und SB-Warenhäuser beliefert.

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