Kompromiss
MAN verlagert Busfertigung nach Polen

Der Mischkonzern MAN verlagert einen Teil seiner Busproduktion von Salzgitter nach Polen. Das sieht ein Kompromiss vor, auf den sich MAN und die IG Metall geeinigt haben. Wochenlang hatten beide Seiten zuvor um die Sanierung der ertragsschwachen Bussparte Neoman gerungen.

HB MÜNCHEN. Im Kern geht es um die Verlagerung der handwerklich teuren Innenausbauten für Stadtbusse. Im Gegenzug werden die LKW-Fertigung in Salzgitter sowie die Chassis- und Teilefertigung „optimiert“. Die Beschäftigten sollen zudem einen Beitrag zur Kostenreduzierung leisten. Einzelheiten dazu wurden nicht genannt. Offen ist noch, inwieweit Zentralfunktionen der Tochter Neoman nach München verlagert werden.

MAN erklärte, mit der Einigung würden die Voraussetzungen geschaffen, um die Bussparte insgesamt wieder rentabler zu machen und gleichzeitig betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Die Fertigung von Stadtbussen ist nach Unternehmensangaben in Deutschland nicht mehr rentabel. 1 500 Stunden dauere der handwerklich aufwändige Innenausbau, ein LKW hingegen ist in 100 Stunden montiert. Großserien sind zudem kaum möglich, da die mehreren hundert Verkehrsgesellschaften in Deutschland ihre Busse einzeln bestellen.

Die Vereinbarung soll dem Standort Salzgitter jetzt Sicherheit geben. Das Unternehmen wolle bis 2012 rund 60 Millionen Euro in den Standort investieren und ihn damit langfristig sichern. Die Gewerkschaft sieht mit dem Eckpunkte-Papier ihr Hauptziel erreicht. „Wir konnten betriebsbedingte Kündigungen verhindern“, sagte der niedersächsische IG Metall-Bezirkschef Hartmut Meine der dpa. „Die Kuh ist aber noch nicht ganz vom Eis.“ Immerhin sei es gelungen, den drohenden Abbau von 900 Arbeitsplätzen zu verhindern, sagte Meine.

MAN-Chef Hakan Samuelsson will die Bussparte bis 2010 ebenso rentabel machen die LKW-Produktion. Im ersten Halbjahr 2007 schrieb sie als einziger Geschäftsbereich rote Zahlen.

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