Kompromissbereitschaft der Arbeitnehmer gefordert
Daimler-Chrysler-Betriebsrat sieht 10 000 Jobs im Gefahr

Bei Daimler-Chrysler stehen bei der Nobelmarke Mercedes-Benz und in der Nutzfahrzeugsparte wegen der Sparpläne des Unternehmens nach Betriebsratsangaben insgesamt über 10 000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

HB NÜRTINGEN. „Wir haben zehntausend Leute zu viel an Bord“, sagte der Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm am Donnerstag in Nürtingen bei Stuttgart während einer Sitzung der Arbeitnehmervertreter. Die „planerische Lücke“ lasse sich nur durch neue Produkte oder Varianten - etwa der Mercedes-C-Klasse - schließen. Diese würden nach Angaben des Vorstands aber nur dann produziert, wenn die Betriebsräte in eine drastische Verringerung bei Personalkosten einwilligten. „Wir lassen uns nicht erpressen und werden nicht zulassen, dass man uns gegeneinander ausspielt“, warnte Klemm.

Mercedes-Pkw-Chef Jürgen Hubbert hatte in einem Interview zuletzt Abstriche von Teilen des Tarifvertrags gefordert, um in Deutschland alle Arbeitsplätze zu erhalten. Ein Firmensprecher appellierte am Donnerstag erneut an die Kompromissbereitschaft der Arbeitnehmer: „Wir wollen die Beschäftigung in Deutschland sichern. Aber dazu brauchen wir die Unterstützung der Gewerkschaft und das Entgegenkommen der Betriebsräte“, sagte er. Zu den vom Betriebsrat genannten Zahlen wollte sich der Konzern mit Verweis auf die laufenden Verhandlungen nicht äußern.

Klemm sagte, die Betriebsräte wollten die derzeit an den einzelnen Standorten begonnenen Gespräche auf Konzernebene bündeln. Am Freitag soll weiter verhandelt werden. Hubbert hatte eine Entscheidung in den nächsten vier Wochen gefordert. Für diesen Montag hat die Arbeitnehmervertretung im größten Mercedes-Werk Sindelfingen eine Betriebsversammlung einberufen. Sindelfingen und Bremen konkurrieren um die künftige Produktion der Mercedes-C-Klasse, die bisher an beiden Standorten gebaut wird. Die Arbeitskosten dürften durch niedrigere Tariflöhne und weniger Feiertage in Bremen um rund 500 € pro Fahrzeug unter denen in Sindelfingen liegen.

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