Kompromissvorschlag
Kraftwerkbetreiber wollen Zwangsbetrieb umgehen

Die Energiebranche will sich zusammenraufen und sich gegen den Zwangsbetrieb von Kraftwerken wehren. Die Idee der Konzerne: Gemeinsam eine „strategische Reserve“ einrichten und so Stromausfällen vorbeugen.
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BerlinMit einem Gegenvorschlag will die Energiebranche die von der Bundesregierung geplanten Zwangseingriffe beim Betrieb von Kraftwerken verhindern. Die Regierung fürchtet Stromengpässe im Winter und plant daher ab kommendem Jahr wegen zu viel Wind- und Solarstrom unrentabel gewordene Gaskraftwerke zum Weiterbetrieb zu zwingen. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hat nun am Mittwochabend in Berlin vorgeschlagen, eine „strategische Reserve“ auf freiwilliger Basis einzurichten.

Unternehmen, die eigentlich beabsichtigen, unrentable Kraftwerke still zu legen, sollen ihre Leistung gesondert anbieten. Sie müssten sich dann aber auch für mindestens zwei Jahre verpflichten, diese Kraftwerke schnell anfahrbereit zu halten und ihre Leistung nicht anderweitig zu verkaufen, betonte der BDEW.

Die Bundesregierung hatte Mehrkosten von bis zu 287 Millionen Euro durch einen Zwang zum Weiterbetrieb und entsprechende Vergütungen ermittelt. Auch der Aufbau einer freiwilligen Reserve würde Geld kosten. Das Unternehmen Consentec, das für den BDEW die Vorschläge erarbeitete, rechnet bei einer strategischen Reserve von 4000 Megawatt mit 140 Millionen Euro pro Jahr, die auf die Stromkunden abgewälzt werden müssten. Ein Schwerpunkt sollten süddeutsche Kraftwerke sein, weil hier mit den größten Engpässen zu rechnen sei.

Im letzten Winter war die Lage teilweise sehr brenzlig, auch weil es Gas-Lieferengpässe für Kraftwerke gab. Daher will die Regierung die Branche zu nicht-unterbrechbaren Lieferverträgen verpflichten. Auch dies stößt beim BDEW auf Widerspruch. Für die Versorgung eines Gaskraftwerks müssten dann im Fall der Fälle in erheblichem Umfang Industriekunden im Notfall vom Netz genommen werden, „mit schwer kalkulierbaren finanziellen und praktischen Folgen für die Kunden“.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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