Konflik um Atomstrom
Deutsche Versorger flüchten ins Ausland

Die deutschen Energie-Riesen suchen ihr Glück jetzt woanders. Während sie in Deutschland an die politischen Vorgaben zum Atomausstieg gebunden sind, knüpfen sie im Ausland lukrative Kontakte - und investieren in neue AKW's.

DÜSSELDORF. In Deutschland wäre die Nachricht undenkbar: RWE stellt den Antrag für ein neues Atomkraftwerk. In Bulgarien hat das der deutsche Energiekonzern in diesen Tagen gemacht. Nach langen Sondierungen reichte er ein verbindliches Gebot für eine 49-Prozent-Beteiligung am geplanten Reaktor Belene ein. Und die Chancen stehen gut, einziger Konkurrent ist die belgische Electrabel. Rund vier Mrd. Euro soll die 2000 Megawatt starke Anlage kosten.

Hierzulande sind die Versorger an den Ausstiegsbeschluss aus der Kernenergie gebunden, den sie 2000 mit der damaligen rot-grünen Bundesregierung ausgehandelt haben und der jedem Reaktor eine durchschnittliche Laufzeit von 32 Jahren zubilligt. Allenfalls können sie nach einem Regierungswechsel auf eine Verlängerung der Laufzeiten hoffen. Im Ausland dagegen träumen die Chefs von RWE, Jürgen Großmann, und Eon, Wulf Bernotat, von der viel beschworenen Renaissance der Atomkraft.

In der Tat wird weltweit der Bau neuer Anlagen propagiert. Mit Verweis auf den Energiehunger der Schwellenländer und den dramatischen Anstieg des Ölpreises überbieten sich Politiker mit plakativen Forderungen. Großbritanniens Premierminister Gordon Brown sieht schon bis 2050 einen Bedarf von 1 000 Reaktoren.

Da schwingt zwar viel Populismus mit. Indien, China, Russland oder Osteuropa verfolgen aber konkrete Pläne. Christopher Weßelmann, Chefredakteur des Fachmagazins ATW, zählt neben den 33 Anlagen, die schon im Bau sind, 40 fest vereinbarte Projekte. Dazu kommen noch rund 100 - wenn auch vage - Ankündigungen.

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