Konflikt mit Siemens ist beigelegt
IG Metall stimmt 40-Stunden-Woche zu

Mit der Einführung der 40-Stunden-Woche sind beim Siemens-Konzern allein in Nordrhein-Westfalen 2000 Stellen gerettet. Unternehmen und IG Metall haben ihren monatelang währenden Streit um die drohende Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland beigelegt.

HB MÜNCHEN. Der Siemens-Konzern und die Gewerkschaft einigten sich auf eine Rahmenvereinbarung zur Standortsicherung. Die IG Metall gesteht Siemens darin zu, unter bestimmten Umständen die Arbeitszeit ohne Lohnausgleich zu verlängern oder Zahlungen wie das Weihnachtsgeld zu kürzen.

Damit ist ein Konflikt entschärft, der Ausgangspunkt für eine generelle politische Debatte über Arbeitszeit und Löhne war. Experten werteten die Zustimmung der Gewerkschaft zu längeren Arbeitszeiten am Donnerstag als wichtiges Signal für die weitere Arbeitszeit-Debatte in Deutschland.

Siemens-Chef Heinrich von Pierer sprach von einem „Sieg der Vernunft“. IG-Metall-Vizechef Berthold Huber sagte: „Die getroffene Rahmenvereinbarung ist ein großer Erfolg der Beschäftigten und zeigt, dass es Alternativen gibt zum fantasielosen Stellenabbau und zur Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland.“ Auch der Siemens-Betriebsrat begrüßte die Vereinbarung als gute Grundlage für künftige Gespräche zur Standortsicherung. An der Börse legte die Siemens-Aktie etwas stärker zu als der Gesamtmarkt.

Für die von einer teilweisen Stellenverlagerung nach Ungarn bedrohten Werke in Kamp-Lintfort und Bocholt, die Ausgangspunkt für den Konflikt waren, gab Siemens eine zweijährige Bestandsgarantie. Die Arbeitszeit für über 4000 Beschäftigte dort wird auf 40 Stunden pro Woche ohne Lohnausgleich verlängert. Zudem erhalten die Mitarbeiter künftig statt Weihnachts- und Urlaubsgeld eine erfolgsabhängige Prämie. Gesamtbetriebsratschef Ralf Heckmann erklärte, den Mitarbeitern würden gewaltige Opfer abverlangt, jedoch blieben die Arbeitsplätze in Deutschland.

Für weitere 2300 Mitarbeiter an verschiedenen Standorten wird noch über Maßnahmen zur Stellensicherung verhandelt. „Ich bin zuversichtlich, dass wir weitere lokale Bündnisse für Arbeit abschließen können“, sagte von Pierer. „Der Konzern hat jedoch gut 1000 Arbeitsplätze in Bereichen identifiziert, in denen etwa wegen technologischen Wandels die Nachfrage eingebrochen ist, so dass auch Kostensenkungen keine Sicherung ermöglichen.“ Hier sollen neue Produkte Beschäftigung sichern.

Seite 1:

IG Metall stimmt 40-Stunden-Woche zu

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%